Das Gewicht des Lebens

Tagtäglich begleiten mich Lebensweisheiten, Sprüche, Zitate oder Zen-Geschichten. In der Küche hängt ein Wochenkalender, auf dem Schreibtisch steht ein Tischkalender. Freunde schicken sie über WhatsApp oder posten sie auf Facebook. Bei dieser Flut ertappe ich mich dabei, dass ich manche nur noch überfliege. Im Grunde mag ich Zitate – aber eben in Maßen und nicht in Massen.

Ab und zu nehme ich mir die Zeit, lese aufmerksam und in aller Ruhe. Wenn ich die Worte auf mich wirken lasse, dann können sie auch nachwirken. Sie können sich in mir entfalten und mich verändern. Welche Gedanken und Gefühle entstehen in mir? Was kann ich daraus lernen?

 

Das Gewicht des Lebens

Ein junger Mann kam zu einem alten Weisen. „Meister“, sprach er mit schleppender Stimme „das Leben liegt mir wie eine Last auf den Schultern. Es drückt mich zu Boden und ich habe das Gefühl, unter diesem Gewicht zusammenzubrechen.“

„Mein Sohn“ sagte der Alte mit einem liebevollen Lächeln, „das Leben ist leicht wie einer Feder.“

„Meister, bei allem Respekt, aber hier musst Du irren. Denn ich spüre mein Leben Tag für Tag wie eine tonnenschwere Last auf mir lasten. Sag, was kann ich tun?“

„Wir sind es selbst, die uns Last auf unsere Schultern laden.“ sagte der Alte, noch immer lächelnd.
„Aber…“ wollte der junge Mann einwenden.

Doch der alte Mann hob die Hand: „Dieses „Aber“, mein Sohn, wiegt allein schon eine Tonne…“

(Quelle: unbekannt)

 

Kommt Ihnen dieses „Ja, aber…“ bekannt vor? Manchmal stehen wir uns damit selbst im Weg. Plötzlich fallen uns 1000 Gründe ein warum etwas nicht geht. Durch dieses angstvolle Denken und die Schwarzmalerei schränken wir uns selbst ein. Das Wort „aber“ bringt uns häufig in eine Konfliktsituation, die es eigentlich gar nicht gibt…