Einfach wieder schlendern

Es gibt Lieder, die sind wie für die Naturtherapie gemacht. Hier ist eines davon…

„Einfach wieder schlendern“ – von Konstantin Wecker

Einfach wieder schlendern,
über Wolken gehn
und im totgesagten Park
am Flussufer stehn.

Mit den Wiesen schnuppern,
mit den Winden drehn,
nirgendwohin denken,
in die Himmel sehn.

Und die Stille senkt sich
leis‘ in dein Gemüt.
Und das Leben lenkt sich
wie von selbst und blüht.

Und die Bäume nicken
dir vertraulich zu.
Und in ihren Blicken
find’st du deine Ruh.

Muss man sich denn stets verrenken,
einzig um sich abzulenken,
statt sich einem Sommerregen
voller Inbrunst hinzugeben?

Lieber mit den Wolken jagen,
statt sich mit der Zeit zu plagen.
Glück ist flüchtig, kaum zu fassen.
Es tut gut, sich sein zu lassen.

Einfach wieder schlendern
ohne höh’ren Drang.
Absichtslos verweilen
in der Stille Klang.

Einfach wieder schweben,
wieder staunen und
schwerelos versinken
in den Weltengrund.

Glück ist flüchtig, kaum zu fassen.
Es tut gut, sich sein zu lassen.

Herbstbeginn

Die warmen Sommertage sind vorbei, die Tage werden kürzer und die Nächte länger. Das saftige Grün der Blätter verabschiedet sich und die Bäume leuchten in einem warmen Gelb, kräftigen Orange oder dunklen Rot. Der Herbst ist da!

Die Jahreszeit, die uns an die Vergänglichkeit allen Seins erinnert. Spätestens dann, wenn der Herbstwind das letzte Blatt vom Baum weht und zu Boden trägt.

Beobachten wir die Eichhörnchen in dieser Jahreszeit so sehen wir, dass diese unablässig damit beschäftigt sind für den Winter vorzusorgen. Sie legen überall Vorräte an und wenn sie so manches Versteck vergessen, wachsen daraus neue Haselnusssträucher oder Walnussbäume.

Auch bei uns Menschen ist im Herbst Zeit für die Ernte und der Besinnung auf das Wesentliche. Es ist Zeit, Rückschau zu halten und Resümee zu ziehen. Zeit, Danke zu sagen für das, was wir erfahren, erleben und erkennen durften.

 

Herbstbild

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält;
denn heute löst sich von den Zweigen nur,
was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.

Friedrich Hebbel (1813-1863)