Rätsel…

Es kostet nichts und bringt viel ein. Es bereichert den Empfänger, ohne den Geber ärmer zu machen.
Es ist kurz wie ein Blitz, aber die Erinnerung daran ist oft unvergänglich.
Keiner ist so reich, dass er darauf verzichten könnte,
keiner so arm, dass er es sich nicht leisten könnte.
Es bedeutet für den Müden Erholung,
für den Mutlosen Ermunterung,
für den Traurigen Aufheiterung
und es ist das beste Mittel gegen Ärger.
Man kann es weder kaufen,
noch erbitten,
noch leihen,
noch stehlen,
denn es bekommt erst dann seinen Wert,
wenn es verschenkt wird.
Denn niemand braucht es so bitternötig,
wie derjenige, der es für andere nicht mehr übrig hat.
Was das ist?

Ein Lächeln!

Phil Bosmans

Diese Zeilen habe ich heute beim Gemüsehändler gesehen. Sie hingen – für alle Kunden gut sichtbar – direkt vor der Kasse. Vermutlich ein Versuch, ungeduldige Käufer zu zähmen.

Lächeln macht gesund – das ist wissenschaftlich erwiesen. Es entspannt, steigert das Immunsystem und wirkt sich positiv auf den Stoffwechsel aus. Es senkt das Schmerzempfinden, erhöht die Selbstheilungskräfte und hilft sogar bei körperlichen und seelischen Verletzungen. Es fördert die Durchblutung, beugt Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor, baut Stress ab und schüttet wertvolle Glückshormone aus.

Wer von Herzen lächelt, steckt damit auch die Menschen in seiner Umgebung an.

Diese Erfahrung konnte ich vorhin machen. Im Supermarkt hatte mich eine Frau mit ihrem Einkaufswagen in der Hektik leicht gerammt. Es war ihr sichtlich unangenehm, sie entschuldigte sich und ich antwortete lächelnd: „Nichts passiert.“ Sie lächelte zurück und offensichtlich hatten wir eine ältere Dame neben uns auch prompt infiziert. Lächeln wirkt ansteckend – probiert es doch einfach mal aus 🙂

Achtsam sein – aber wie?

Achtsamkeit ist eine innere Haltung, die eine bewusste Wahrnehmung des Hier und Jetzt ermöglicht. So die Theorie. Einfach im Moment zu sein fällt uns manchmal richtig schwer. Ständig kreisen irgendwelche Gedanken: „Was muss ich heute noch erledigen? Wen anrufen? Welche Mail noch beantworten? Und der Kühlschrank ist auch schon wieder leer…“

Achtsamkeit bedeutet eine aufmerksame und wertfreie Wahrnehmung des Augenblicks – der gegenwärtigen Außenwelt und der eigenen Innenwelt (Gedanken, Gefühle). Klingt leicht, oder? Ist es aber anfangs häufig nicht. Probiere es einfach mal aus! Eventuell tauchen jetzt schon kritische Gedanken auf: „So ein Quatsch! Was soll das bringen?“ Einen Versuch ist es wert. „Dafür habe ich keine Zeit!“, denkst du vielleicht. Deshalb schlage ich dir vor mit einer Handlung zu beginnen, die jeder von uns täglich durchführt: Zähne putzen.

Für alle Achtsamkeitsübungen gilt: bewusstes Wahrnehmen, keine Beurteilung des Wahrgenommenen, wertfreies Schauen und keine unmittelbare Absicht. Die Übung soll nicht unter Druck ausgeführt werden. Mache sie nur, wenn du neugierig bist und wirklich Lust darauf hast.

Das Zähneputzen läuft normalerweise automatisch und manchmal auch „so nebenbei“ ab. Es geht aber darum, vollkommen im Moment zu sein. Hier und jetzt Zähne putzen: die Zahnpasta langsam auftragen, sie sehen, riechen und schließlich schmecken. Wie fühlen sich die Borsten an? Wenn die Gedanken abschweifen, nehme ich es ohne Wertung wahr und kehre wieder zu meiner Übung zurück.

Durch regelmäßiges Üben gelingt es mit der Zeit immer besser, in einem Moment wirklich anwesend – achtsam! – zu sein. Dies kannst du bei jeder alltäglichen Handlung ausprobieren.

Leicht(er) fällt uns Menschen die Achtsamkeit übrigens in der Natur. Hier können wir besonders gut in Kontakt mit der Umgebung und uns selbst sein. Wir betrachten sie und spüren ihrer Wirkung nach. Je mehr wir sie wirken lassen, umso achtsamer werden wir.

„Ich fragte eine Schnecke, warum sie so langsam wäre. Sie antwortete, dadurch hätte sie mehr Zeit die Welt zu sehen.“ Wolfgang J. Reus

Heute beginnt die Fastenzeit

Jeder zweite Deutsche findet Fasten gut. Mehrere Wochen auf Süßigkeiten, Alkohol, Fleisch oder Fernsehen zu verzichten, erachten 43% laut einer Umfrage des Forsa-Instituts für sinnvoll. Für zeitweise verzichtbar halten die Befragten zum Teil auch das Rauchen, das Internet und das Auto.

Es gibt viele Dinge, auf die wir in der Fastenzeit bewusst verzichten können, um sie danach wieder richtig wertzuschätzen. Ein Hochgenuss, wenn man sich nach 40 Tagen erstmals ein Stück Schokolade gönnt und dieses bewusst auf der Zunge zergehen lässt. Ich spreche da aus Erfahrung 🙂

Es gibt aber auch viele Gewohnheiten die wir in Frage stellen können, um dadurch Veränderungen in unserem Leben anzustoßen. Der „Otto Normalverbraucher“ schaut z.B. täglich 3,5 Stunden fern. Eine gute Alternative wäre mal wieder ein Buch zu lesen oder einfach das Nichtstun bzw. die Ruhe zu genießen.

Zunehmende Bedeutung gewinnt in unserer Gesellschaft das „digitale Fasten“: Enthaltsamkeit bei Zeitfressern wie Smartphone, Mails und sozialen Netzwerken. Jeder fünfte Deutsche hat es schon einmal ausprobiert, um dadurch Stress zu reduzieren und mehr Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen. Das Smartphone für ein paar Stunden in den Flugmodus zu stellen oder nur einen Abend nicht in die Hand zu nehmen, ist für viele eine echte Herausforderung. Hast du es schon mal ausprobiert?

Die Fastenzeit ist mehr als eine Zeit des Verzichts – sie ist auch eine Zeit der Achtsamkeit und Besinnung auf das Wesentliche. Gönne dir immer wieder Momente im „Hier und Jetzt“, in denen du das Leben mit allen Sinnen und in vollen Zügen genießen kannst. Augenblicke der Freude. Ich hatte so einen, als ich das Foto zu diesem Beitrag gefunden habe. Vielleicht hat es dir ja auch ein Lächeln auf die Lippen gezaubert 🙂