Werde zum Entdecker

40 Jahre liegen zwischen diesen beiden Fotos. Vierzig! Unglaublich. Bestimmt kennen viele von euch dieses „Wo-ist-bloß-die-Zeit-geblieben-Gefühl“. Prompt werden Erinnerungen wach und das Bild unseres alten Fernsehapparates taucht vor meinem geistigen Auge auf. Damals hatten wir noch keine Fernbedienung und mussten aufstehen, um von einem der drei Programme auf ein anderes umzuschalten. Es gab sogar eine Sendepause, die mit dem Pausenzeichen überbrückt wurde. Heute laufen mehrere Hundert Sender rund um die Uhr.

Vor 4 Jahrzehnten haben wir Kinder Pippi Langstrumpf, Tom Sawyer o.Ä. im Fernsehen geschaut und sind anschließend raus in die Natur. Unter freiem Himmel wurden wir selbst zu Abenteurern. Sich schmutzig machen und sich Kratzer holen gehörte selbstverständlich dazu. Wir waren aktiv und kreativ. Heutzutage sind wir Menschen häufig nur noch passive Konsumenten. Wer kennt das nicht, wenn man „kurz“ etwas im Internet nachschauen möchte und plötzlich mit Schrecken feststellt, dass 1,2,3… 4 Stunden vorüber sind. Nirgendwo sonst lässt sich die Zeit so gut und einfach verschwenden wie im Netz. Ehe wir uns versehen, sind 10, 20, 30,… 40 Jahre verflogen.

In der subjektiven Wahrnehmung vergeht die Zeit mit zunehmendem Alter schneller. Warum? Unter anderem, weil wir immer weniger Neues erleben. In unserem Alltagstrott ist gefühlt „nichts“ passiert. Das können wir ändern, indem wir wieder zum Entdecker werden und neue Wege gehen: offen, neugierig & interessiert. Das bedeutet aber nicht, den Terminkalender mit unzähligen Aktivitäten zu füllen. Neu kann auch sein, dass wir selbst für eine Sendepause sorgen, bewusst mal auf Smartphone, Tablet und PC verzichten. Worauf hättest du mal wieder Lust? Was bereitet dir Freude? Wie würdest du deine Zeit gerne verbringen?

Foto: DEBESTE.DE

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„Irgendwas muss sich ändern.“ dachte ich. Nur was? Und wie? Das Leben ist eines der schwersten! „Oder mache ich es mir nur selbst schwer?“ Gedanken, Gedanken, Gedanken. Auch abends. Und nachts. Meine körperlichen Beschwerden nahmen zu. Mit gerade mal 40 Lenzen fühlte ich mich steinalt.

Meine beste Freundin empfahl mir Silke Butz und so kam ich zur Naturtherapie. Zuerst war ich kritisch und voller Bedenken, weil ich mir darunter überhaupt nichts vorstellen konnte. Bevor ich mir auch hier über alle Eventualitäten den Kopf zerbrach, entschied ich mich für den ersten Schritt: Nach einem kurzen Austausch per Mail folgte mein Termin bei Silke.

Wir einigten uns im Gespräch gleich auf das Du, was für mich sehr angenehm war. Ich schüttete einer fremden Frau mein Herz aus und es fühlte sich erstaunlich gut an. Ich ließ mich auf die Übungen ein und mir fiel so manche Schuppe von den Augen. Heute sehe ich klarer! Silke Butz ist keine Wunderheilerin und man darf keine Wunder erwarten. Sie ist – wie sie selbst sagt – eine Wegbegleiterin. Offen, authentisch und empathisch. Mit ihrer Unterstützung habe ich wieder zu mir selbst gefunden. Danke dafür! Ins Tun muss ich selbst kommen. Und wenn ich mal wieder den Wald vor lauter Bäumen nicht sehe, weiß ich, an wen ich mich wenden kann.

(Persönliche Daten werden von mir vertrauensvoll behandelt und daher an dieser Stelle auch keine Initialen angegeben. Bei den Rückmeldungen der „Auszeiten“ nur mit Genehmigung der TeilnehmerInnen.)

Der Mai

Im Galarock des heiteren Verschwenders,
ein Blumenzepter in der schmalen Hand,
fährt nun der Mai, der Mozart des Kalenders,
aus seiner Kutsche grüßend, über Land.

Es überblüht sich, er braucht nur zu winken.
Er winkt! Und rollt durch einen Farbenhain.
Blaumeisen flattern ihm voraus und Finken.
Und Pfauenaugen flügeln hinterdrein.

Die Apfelbäume hinterm Zaun erröten.
Die Birken machen einen grünen Knicks.
Die Drosseln spielen, auf ganz kleinen Flöten,
das Scherzo aus der Symphonie des Glücks.

Die Kutsche rollt durch atmende Pastelle.
Wir ziehn den Hut. Die Kutsche rollt vorbei.
Die Zeit versinkt in einer Fliederwelle.
O, gäb es doch ein Jahr aus lauter Mai!

Melancholie und Freude sind wohl Schwestern.
Und aus den Zweigen fällt verblühter Schnee.
Mit jedem Pulsschlag wird aus Heute Gestern.
Auch Glück kann weh tun. Auch der Mai tut weh.

Er nickt uns zu und ruft: „Ich komm ja wieder!“
Aus Himmelblau wird langsam Abendgold.
Er grüßt die Hügel, und er winkt dem Flieder.
Er lächelt. Lächelt. Und die Kutsche rollt.

Erich Kästner