Selbstbild & Fremdbild

Hast du dir diese Frage schon einmal gestellt? Es lohnt sich 😊 Denn das Bild, das wir von uns selbst haben, bestimmt nicht nur unsere Zufriedenheit im Leben, sondern auch die Beziehung zu anderen Menschen.
Kürzlich kam eine Kollegin nach einer Teambesprechung auf meine Klientin zu und sagte: „So selbstbewusst und sicher wie du möchte ich auch einmal auftreten können.“ Mit dieser Rückmeldung hätte meine Klientin niemals gerechnet und dachte: „Wenn die wüsste, wie ich wirklich bin.“ Aber wie war sie denn wirklich? Stimmte das Bild, das sie von sich selbst hatte? Oder das ihrer Kollegin? Vielleicht lag die Wahrheit auch irgendwo in der Mitte?
Während unserer Sitzung ließ sie die besagte Besprechung und weitere Situationen noch einmal Revue passieren. Auch mir erschien sie in ihren Ausführungen klar und souverän. Sie erkannte plötzlich selbst: „Ganz so schlecht war ich ja doch nicht.“ und ergänzte freudig: „Eigentlich war ich richtig gut.“ Es zeigte sich mal wieder, wie unterschiedlich Selbstbild und Fremdbild sein können.
Unser Selbstbild steuert unser Denken, Fühlen und Handeln. Wie wir uns selbst sehen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Z.B. von den Rückmeldungen, die wir in der Vergangenheit bekommen haben, von unseren Erfahrungen, Wünschen, Zielen, Werten, unseren Stärken und Schwächen.
Das sogenannte Fremdbild ist die Summe aller Wahrnehmungen, Bewertungen und Gefühle Dritter uns gegenüber. Natürlich betrachten auch sie die Welt durch ihre Brille und projizieren vielleicht etwas in uns hinein, was sie entweder selbst gerne hätten oder ablehnen. Aber wir müssen ja nicht die Meinung eines Einzelnen gleich auf die Goldwaage legen, sondern können unterschiedliche Menschen um eine Rückmeldung bitten.
Ein ehrliches Feedback ist nicht immer angenehm oder vielleicht sogar schmerzhaft – aber es bringt uns weiter. Wir können unseren Blickwinkel erweitern, vielleicht auch unsere „blinde Flecken“ erkennen, Potentiale entdecken, persönlich wachsen und auf diese Weise Selbsterkenntnis und Selbstbewusstsein erlangen 😃

Gemeinsam durch die Krise

Wir sind in diesem Jahr einer Krisen- und Stresssituation ausgesetzt, die für unsere Gesellschaft eine große Herausforderung darstellt. Es gibt Menschen, die mit gesundheitlichen, finanziellen und existenziellen Problemen kämpfen. Die sich große Sorgen machen, Angst haben, schlecht schlafen, sich erschöpft fühlen oder sonstige körperliche Auswirkungen spüren. Manche davon sind Corona-Leugner und einige Regelbrecher. Andere sind Regelbefürworter und Regelbefolger. Jeder von uns hat seine eigene Lebensgeschichte, sieht die Welt durch seine „Brille“ und reagiert auf seine ganz individuelle Art und Weise.

„Nicht steht mir zu, über eines andern Leben zu urteilen! Für mich allein muss ich urteilen, muss ich wählen, muss ich ablehnen.“ Hermann Hesse

Es gibt Menschen, denen es – aus welchen Gründen auch immer – momentan schlecht geht. Die sich ihren Kummer, ihre Bedenken und Sorgen von der Seele reden möchten, ohne dass sie dafür gleich verurteilt oder kritisiert werden.
Wenn wir solche Menschen in unserem Umfeld haben, können wir ihnen Zeit und ein offenes Ohr schenken. Uns auch mal zurücknehmen, wenn wir anderer Meinung sind und einfach nur empathisch zuhören.

Diejenigen, die niemanden zum reden haben, können sich z.B. auch an die Telefonseelsorge wenden: www.telefonseelsorge.de Obwohl es der Name nicht vermuten lässt, kann man sich hier seine Sorgen auch von der Seele schreiben – per Mail oder im Chat. Anonym und kostenlos. Rund um die Uhr. In meiner Praxis biete ich kostenlose und unverbindliche Erstgespräche an. Meine Kontaktdaten findest du hier auf meiner Seite.

„Man ist nicht bloß ein einzelner Mensch, man gehört einem Ganzen an.“ Theodor Fontane