Selbstbild & Fremdbild

Hast du dir diese Frage schon einmal gestellt? Es lohnt sich 😊 Denn das Bild, das wir von uns selbst haben, bestimmt nicht nur unsere Zufriedenheit im Leben, sondern auch die Beziehung zu anderen Menschen.
Kürzlich kam eine Kollegin nach einer Teambesprechung auf meine Klientin zu und sagte: „So selbstbewusst und sicher wie du möchte ich auch einmal auftreten können.“ Mit dieser Rückmeldung hätte meine Klientin niemals gerechnet und dachte: „Wenn die wüsste, wie ich wirklich bin.“ Aber wie war sie denn wirklich? Stimmte das Bild, das sie von sich selbst hatte? Oder das ihrer Kollegin? Vielleicht lag die Wahrheit auch irgendwo in der Mitte?
Während unserer Sitzung ließ sie die besagte Besprechung und weitere Situationen noch einmal Revue passieren. Auch mir erschien sie in ihren Ausführungen klar und souverän. Sie erkannte plötzlich selbst: „Ganz so schlecht war ich ja doch nicht.“ und ergänzte freudig: „Eigentlich war ich richtig gut.“ Es zeigte sich mal wieder, wie unterschiedlich Selbstbild und Fremdbild sein können.
Unser Selbstbild steuert unser Denken, Fühlen und Handeln. Wie wir uns selbst sehen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Z.B. von den Rückmeldungen, die wir in der Vergangenheit bekommen haben, von unseren Erfahrungen, Wünschen, Zielen, Werten, unseren Stärken und Schwächen.
Das sogenannte Fremdbild ist die Summe aller Wahrnehmungen, Bewertungen und Gefühle Dritter uns gegenüber. Natürlich betrachten auch sie die Welt durch ihre Brille und projizieren vielleicht etwas in uns hinein, was sie entweder selbst gerne hätten oder ablehnen. Aber wir müssen ja nicht die Meinung eines Einzelnen gleich auf die Goldwaage legen, sondern können unterschiedliche Menschen um eine Rückmeldung bitten.
Ein ehrliches Feedback ist nicht immer angenehm oder vielleicht sogar schmerzhaft – aber es bringt uns weiter. Wir können unseren Blickwinkel erweitern, vielleicht auch unsere „blinde Flecken“ erkennen, Potentiale entdecken, persönlich wachsen und auf diese Weise Selbsterkenntnis und Selbstbewusstsein erlangen 😃

Gemeinsam durch die Krise

Wir sind in diesem Jahr einer Krisen- und Stresssituation ausgesetzt, die für unsere Gesellschaft eine große Herausforderung darstellt. Es gibt Menschen, die mit gesundheitlichen, finanziellen und existenziellen Problemen kämpfen. Die sich große Sorgen machen, Angst haben, schlecht schlafen, sich erschöpft fühlen oder sonstige körperliche Auswirkungen spüren. Manche davon sind Corona-Leugner und einige Regelbrecher. Andere sind Regelbefürworter und Regelbefolger. Jeder von uns hat seine eigene Lebensgeschichte, sieht die Welt durch seine „Brille“ und reagiert auf seine ganz individuelle Art und Weise.

„Nicht steht mir zu, über eines andern Leben zu urteilen! Für mich allein muss ich urteilen, muss ich wählen, muss ich ablehnen.“ Hermann Hesse

Es gibt Menschen, denen es – aus welchen Gründen auch immer – momentan schlecht geht. Die sich ihren Kummer, ihre Bedenken und Sorgen von der Seele reden möchten, ohne dass sie dafür gleich verurteilt oder kritisiert werden.
Wenn wir solche Menschen in unserem Umfeld haben, können wir ihnen Zeit und ein offenes Ohr schenken. Uns auch mal zurücknehmen, wenn wir anderer Meinung sind und einfach nur empathisch zuhören.

Diejenigen, die niemanden zum reden haben, können sich z.B. auch an die Telefonseelsorge wenden: www.telefonseelsorge.de Obwohl es der Name nicht vermuten lässt, kann man sich hier seine Sorgen auch von der Seele schreiben – per Mail oder im Chat. Anonym und kostenlos. Rund um die Uhr. In meiner Praxis biete ich kostenlose und unverbindliche Erstgespräche an. Meine Kontaktdaten findest du hier auf meiner Seite.

„Man ist nicht bloß ein einzelner Mensch, man gehört einem Ganzen an.“ Theodor Fontane

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Finde deinen eigenen Weg

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Neuanfang

Gewohnheiten, Verhaltens- und Denkmuster, die wir jahrelang gelernt und wiederholt haben, lassen sich nicht von jetzt auf nachher ändern. Wenn starre Automatismen unser (Er-)Leben bestimmen, gilt es diese erst einmal zu erkennen und schließlich zu lockern. Schritt für Schritt. Diese Lockerung führt zu einer Entwicklung weg von eingefahrenen Strukturen hin zu Lebendigkeit, Offenheit und Freiheit.

„Autobiographie in 5 Kapiteln“ – von Portia Nelson

Kapitel 1

Ich gehe die Straße entlang.

Im Gehsteig ist ein tiefes Loch.

Ich falle hinein. Ich bin ratlos und hilflos,

aber es hat nichts mit mir zu tun.

Es dauert endlos lange, wieder herauszufinden.

Kapitel 2

Ich gehe dieselbe Straße entlang.

Im Gehsteig ist ein tiefes Loch.

Ich tue so, als ob ich es nicht sähe und falle wieder hinein. Ich kann nicht glauben, dass ich mich wieder in dieser Situation befinde, aber sie hat nichts mit mir zu tun.

Es dauert immer noch lange, herauszukommen.

Kapitel 3

Ich gehe dieselbe Straße entlang.

Im Gehsteig ist ein tiefes Loch. Ich sehe, dass es da ist. Ich falle hinein. Es ist schon eine Gewohnheit, aber

ich habe meine Augen dabei weit geöffnet.

Ich weiß wo ich mich befinde.

Diese Situation hat sehr viel mit mir zu tun.

Ich klettere sofort heraus.

Kapitel 4

Ich gehe dieselbe Straße entlang. Im Gehsteig ist ein tiefes Loch. Ich gehe daran vorbei.

Kapitel 5

Ich gehe eine andere Straße entlang.

 

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Trauer zulassen

Der Tod gehört zum Leben dazu. Der Verlust eines geliebten Menschen ist ein Schock, der das ganze weitere Leben prägen kann. Um sich selbst in der Trauer besser verstehen zu können, ist es gut, etwas über sie zu wissen.

Es ist wichtig, starke Gefühle wie Kummer, Angst, Wut und Zorn zuzulassen und nicht zu verdrängen. Sie kosten viel Zeit und Kraft. Sie bewusst zu erleben und sich mit ihnen auseinanderzusetzen, kann neue Kräfte für den weiteren Lebensweg freisetzen.

Die Schweizer Psychologin Verena Kast hat ein Modell der Trauerphasen entwickelt:

1. Trauerphase: Nicht-Wahrhaben-Wollen

Der Tod eines Menschen schockiert immer, auch wenn er nicht unerwartet kommt. Auf einmal ist alles anders. Verzweiflung, Hilf- und Ratlosigkeit herrschen vor. Das Geschehene wird noch nicht erfasst, man leugnet es ab, man kann und will es nicht glauben. Viele Menschen sind wie erstarrt, verstört und völlig apathisch. Andere geraten außer Kontrolle, brechen zusammen. Der Tod hat etwas Überwältigendes, der Schock sitzt tief. Körperliche Reaktionen: rascher Pulsschlag, Schwitzen, Übelkeit, Erbrechen, motorische Unruhe. Diese Phase kann wenige Stunden bis – vor allem bei plötzlich eingetretenen Todesfällen – mehrere Wochen dauern.

Mögliche Hilfen in dieser Phase:

– Alltägliche Besorgungen übernehmen
– Trauernde dort unterstützen, wo sie überfordert sind
– Trauernde nicht allein lassen
– Trauernde in ihren Reaktionen nicht bevormunden
– Da-Sein, ohne viel fragen
– Alle Gefühle der Trauernden zulassen: alles darf sein!
– Die scheinbare Empfindungslosigkeit aushalten
– Wärme, Mitgefühl vermitteln
– Die eigenen Gefühle zum Ausdruck bringen, wenn es angebracht und notwendig erscheint.

2. Trauerphase: Aufbrechende Emotionen

Gefühle bahnen sich nun ihren Weg. Leid, Schmerz, Wut, Zorn, Freude, Traurigkeit und Angst können an die Oberfläche kommen. Je nach der Persönlichkeitsstruktur des Trauernden herrschen verschieden Gefühle vor. „Warum musste es ausgerechnet mich treffen?“ oder „Womit habe ich das verdient?“ Das sind Fragen, die sehr leicht aufkommen. Man schreit seinen Schmerz heraus, Wut und Zorn entstehen gegen Gott und die Welt. Aber auch gegen den Toten werden Vorwürfe gerichtet: „Wie konntest du mich nur im Stich lassen?“ oder „Was soll nun aus mir werden?“ Diese aggressiven Gefühle können sich aber auch gegen einen selbst richten: „Hätte ich nicht besser aufpassen müssen?“ oder „Hätte ich das Unglück nicht verhindern können?“ Als Folge davon entstehen Schuldgefühle, die den Trauernden quälen. All diese Gefühle, die zu diesem Zeitpunkt über einen hereinbrechen, sollte man keineswegs unterdrücken. Sie helfen dem Trauernden, seinen Schmerz besser zu verarbeiten. Werden sie jedoch unterdrückt, so können diese Gefühle viel zerstören, sie führen dann nicht selten zu Depressionen und Schwermut. Die Dauer dieser Phase lässt sich nur schwer abschätzen, man spricht etwa von ein paar Wochen bis zu mehreren Monaten.

Mögliche Hilfen in dieser Phase

– Gefühlsausbrüche zulassen, da sie heilsam sein können
– Ausbrüche von Wut und Zorn gehören ebenso wie depressive Stimmungen und Niedergeschlagenheit zum Vorgang des Trauerns
– Nicht von ungelösten Problemen, Schuld und Konflikt ablenken
– Ablenken fördert nur das Verdrängen, was zu einer Verzögerung des Trauerprozesses führen kann
– Probleme aussprechen lassen
– Schuldgefühle nicht ausreden, aber auch nicht bekräftigen, sondern schlicht zur Kenntnis nehmen
– Am Erleben und Erinnern des Trauernden Anteil nehmen
– Da-Sein, Zuhören
– Anregungen für alltägliche Hilfen (z.B. Tagebuch schreiben, Malen, Musikhören, Spazieren gehen, Entspannungsübungen, Bäder,…) geben
– Eigene „Geschichten“ zurückhalten
– Keine Interpretationen oder wertende Stellungnahmen geben.

3. Trauerphase: Suchen und Sich-Trennen

Auf jeden Verlust reagieren wir mit Suchen. Was wird eigentlich in der Trauer gesucht? Zum einen der reale Mensch, das gemeinsame Leben, gemeinsame Orte mit Erinnerungswert. Auch in den Gesichtern Unbekannter wird nach den geliebten Gesichtszügen gesucht. Gewohnheiten des Verstorbenen werden übernommen. Gemeinsame Erlebnisse sollen Teile der Beziehung retten und werden gleichsam als „Edelsteine“ gesammelt. Dies erleichtert die Trauer. In inneren Zwiegesprächen wird eine Klärung offener Punkte möglich, kann Rat eingeholt werden. Durch diese intensive Auseinandersetzung entsteht beim Trauernden oft ein starkes Begegnungsgefühl. Das ist unheimlich schmerzhaft und unendlich schön zugleich! Im Verlaufe dieses intensiven Suchens, Findens und Wieder-Trennens kommt einmal der Augenblick, wo der Trauernde die innere Entscheidung trifft, wieder ja zum Leben und zum Weiterleben zu sagen oder aber in der Trauer zu verharren. Je mehr gefunden wird, was weitergegeben werden kann, umso leichter fällt eine Trennung vom Toten. Dieses Suchen lässt aber auch oft eine tiefe Verzweiflung entstehen, weil die Dunkelheit noch zu mächtig ist. Suizidale Gedanken sind in dieser Phase relativ häufig. Diese Phase kann Wochen, Monate oder Jahre dauern.

Mögliche Hilfen in dieser Phase

– Alle Erlebnisse der Vergangenheit dürfen ausgesprochen werden –
– keine Zensur!
– Akzeptieren, dass immer wieder in den verschiedensten Formen „gesucht“ wird
– Geduld
– Zuhören – auch wenn man die Geschichten alle schon kennt
– Gefühle ernst nehmen, die durch Erinnerungen oder Erzählungen wieder auftauchen
– Phantasien zulassen, die den Tod des Verstorbenen bezweifeln – ohne selbst mit zu phantasieren
– Bei suizidalen Äußerungen kontinuierlich begleiten
– Zeit lassen
– Kein Drängen auf Akzeptieren des Verlustes
– Unterstützung bei Ansätzen der Neuorientierung

4. Trauerphase: Neuer Selbst- und Weltbezug

Nachdem man seinen Schmerz herausschreien durfte, anklagen und Vorwürfe machen durfte, kehrt allmählich innere Ruhe und Frieden in die Seele zurück. Der Tote hat dort seinen Platz gefunden. Langsam erkennt man, dass das Leben weitergeht und dass man dafür verantwortlich ist. Es kommt die Zeit, in der man wieder neue Pläne schmieden kann. Der Trauerprozess hat Spuren hinterlassen, die Einstellung des Trauernden zum Leben hat sich meist völlig verändert. Der Verstorbene bleibt ein Teil dieses Lebens und lebt weiter in den Erinnerungen und im Gedenken.

Mögliche Hilfen in dieser Phase

– Dazu beitragen, dass der Trauernde auch den Begleiter loslassen kann
– Akzeptieren, dass man so nicht mehr gebraucht wird
– Eigene „Bedürftigkeit“, helfen zu müssen, überprüfen (Helfer-Syndrom!)
– Veränderungen im Beziehungsnetz des Trauernden begrüßen und unterstützen
– Neues akzeptieren
– Sensibel bleiben für Rückfälle
– Gemeinsame Formen suchen, die Trauerbegleitung behutsam zu beenden oder umzugestalten

Quelle: johanniter.de / M. Specht-Tomann, D. Tropper – „Zeit des Abschieds“

Wenn wir alle Gefühle zulassen und uns auf diesen Trauerprozess einlassen, finden wir uns selbst neu. Die Beziehung zu dem geliebten Menschen verändert sich. Er ist nicht verloren, sondern gehört weiter zu unserem Leben dazu ❤️

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Alles hat immer zwei Seiten

Alles hat immer zwei Seiten. Nichts ist nur schlecht oder nur gut. Alles hat sein Gutes und sein Schlechtes. Vielleicht gibt es jemanden, der dich gerade um das beneidet, was du bei dir selbst ablehnst. Manchmal sind wir überrascht, wie uns andere Menschen sehen. Hierzu eine kleine (gekürzte) Geschichte von Haim Shapira:

Der stille See brachte Jahre damit zu, den prächtigen Springbrunnen zu bewundern, den man unweit seines Ufers erbaut hatte. Er beneidete den Brunnen um die hübschen Wasserfontänen und das muntere Plätschern, das er produzierte (…) „Ich möchte auch so ein interessantes Leben führen wie dieser Brunnen, dessen Fontänen den Menschen Juchzen und Gelächter entlocken. An meinem Ufer dagegen spazieren sie schweigend entlang. (…) Die Leute setzen sich ins Gras oder auf eine Bank und starren gelangweilt auf meine bewegungslose Wasseroberfläche. Was gäbe ich dafür, ein Springbrunnen zu sein! Aber leider bin ich nichts Besonderes. Ich bin nur ein ganz gewöhnlicher See, weder tief noch groß noch schön.“

Der Springbrunnen wiederum brachte Jahre damit zu, den stillen, klaren See zu beneiden. „Sieh ihn dir an; sieh nur, wie ruhig und gelassen er ist! Er versucht nicht, allen zu imponieren. (…) Ich tue alles, um sie mit meinen Kunststücken in Staunen zu versetzen. Aber ich bin müde. Der See kann sich wirklich glücklich schätzen. Er muss die Menschen, die an ihm entlang spazieren, nicht unterhalten. Wenn sie an seinem Ufer sitzen, genießen sie die Stille und das leise Plätschern der kleinen Wellen. (…) Wie gern würde ich mit dem stillen See tauschen, und sei es nur für eine Weile! Dafür würde ich alles geben!“

Wie siehst du dich selbst? Gerne vergessen wir unsere unzähligen positiven Eigenschaften und halten für selbstverständlich, was uns leicht von der Hand geht. Dann ist es an der Zeit zu überlegen, was man ist seinem bisherigen Leben schon alles bewirkt und wie viele Menschen man positiv beeinflusst hat. Zu erkennen & wertzuschätzen was man ist ❤️

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Bedürfnisse

Mit unseren körperlichen Bedürfnissen sind wir täglich konfrontiert. Wir trinken, wenn wir durstig sind. Essen, wenn wir Hunger haben. Schlafen, wenn wir müde sind. Wir haben ein Dach über dem Kopf und mehr materielle Dinge, als wir eigentlich benötigen. Auch wenn wir körperlich gesund sind und vermeintlich alles haben, geht es uns manchmal seelisch trotzdem nicht gut. Warum ist das so?

Der Psychologe Klaus Grawe beschreibt die vier psychischen Grundbedürfnisse, die bei allen Menschen vorhanden sind und deren „Verletzung oder dauerhafte Nichtbefriedigung“ zu „Schädigungen der psychischen Gesundheit und des Wohlbefindens“ führen. Er nennt das Bedürfnis nach:

→ Orientierung und Kontrolle: Wir wollen Situationen verstehen, eigene Entscheidungen treffen und unser Leben selbstständig gestalten, möglichst viele Handlungsalternativen und einen grossen Handlungsspielraum haben.

→ Lustgewinn und Unlustvermeidung: Wir streben von Geburt an danach, lustvolle, erfreuliche Erfahrungen zu machen und schmerzhafte, unangenehme Erfahrungen zu vermeiden.

→ Selbstwerterhöhung und Selbstwertschutz: Wir streben danach, uns als gut, kompetent und von anderen wertgeschätzt zu fühlen. Zur Bildung eines guten Selbstwertgefühls brauchen wir ein entsprechendes Umfeld, das uns bestätigt, anerkennt, uns etwas zutraut und uns unterstützt.

→ Bindung und Zugehörigkeit: Wir sind soziale Wesen und wollen Bindungen zu anderen Menschen eingehen (Familie, Partner, Freunde, Kollegen,…).

Sind unsere Grundbedürfnisse erfüllt, erleben wir positive Gefühle wie Zufriedenheit, Freude, Geborgenheit oder Stolz. Werden sie aber dauerhaft nicht befriedigt oder stehen verschiedene Grundbedürfnisse längerfristig in Widerspruch zueinander, leiden wir unter anhaltenden negativen Gefühlen und Anspannung. Dieses Ungleichgewicht kann zu einer psychischen Störung führen.

So unterschiedlich wir Menschen sind, so unterschiedlich sind unsere Bedürfnisse: Ein Single kann zufrieden und gesund sein, wenn er genügend andere positive Beziehungen pflegt. Das Eingehen einer neuen Beziehung kann auf der einen Seite das Bedürfnis nach Bindung befriedigen und auf der anderen Seite das Bedürfnis nach Autonomie verletzen.

Es ist wichtig, uns mit unseren Bedürfnissen auseinanderzusetzen und zu überlegen, wie wir diese in Einklang bringen können. Z.B. ein Gespür dafür zu bekommen, wie viel Nähe und Distanz wir benötigen.

Der erste Schritt zum Wohlbefinden ist, dass wir unsere eigenen Bedürfnisse kennenlernen, diese wahrnehmen und erfüllen. Das stellt die Basis eines seelisch gesunden, zufriedenen und glücklichen Lebens dar. Hierbei geht es keineswegs um das Erreichen eines optimalen Zustands. Eine vorübergehende Frustration ist sogar notwendig, um unsere persönliche Weiterentwicklung zu ermöglichen. Haben wir z.B. eine schwierige Phase gemeistert, gewinnen wir Vertrauen in uns und unsere Fähigkeiten.

Es geht um die Auseinandersetzung mit den eigenen Erfahrungen und um einen achtsamen Umgang mit den eigenen Bedürfnissen.

Was ist dir wichtig?
Was willst du vom Leben?
Was macht dich glücklich?

Lerne dich besser kennen, nimm deine Bedürfnisse ernst und gib ihnen mehr Raum ❤️

Angst annehmen und meistern

„Es bleibt wohl eine unserer Illusionen, zu glauben, ein Leben ohne Angst leben zu können; sie gehört zu unserer Existenz und ist eine Spiegelung unserer Abhängigkeiten und des Wissens um unsere Sterblichkeit. 

Wir können nur versuchen, Gegenkräfte gegen sie zu entwickeln: Mut, Vertrauen, Erkenntnis, Macht, Hoffnung, Demut, Glaube und Liebe. 

Diese können uns helfen, Angst anzunehmen, uns mit ihr auseinander zu setzen, sie immer wieder neu zu besiegen…

Das Annehmen und meistern der Angst bedeutet einen Entwicklungsschritt, lässt uns ein Stück reifen. Das Ausweichen vor ihr und vor der Auseinandersetzung mit ihr lässt uns dagegen stagnieren; es hemmt unsere Weiterentwicklung…“ Fritz Riemann

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Im Moment leben

„Und täglich grüßt das Murmeltier“ – viele von euch kennen diesen Film-Klassiker sicherlich: Der arrogante, zynische und unsympathische TV-Wettermann Phil muss zum alljährlichen „Murmeltiertag“ in die Kleinstadt Punxsutawney. Gefangen in einer Zeitschleife und an den Ort gefesselt, erlebt er diesen einen Tag immer und immer wieder. Für alle anderen Menschen ist es hingegen ein neuer Tag, auf den sich alle freuen. Die täglichen Wiederholungen quälen Phil und lassen ihn am Leben verzweifeln.

Sein Erleben und seine Erfahrungen ändern sich erst, als er seine innere Haltung ändert. Er erkennt, dass es in seiner Hand liegt, wie und wofür er diesen Tag nutzt. Plötzlich hält er nach Möglichkeiten Ausschau und füllt ihn mit freudvollen Begegnungen und Ereignissen. Der Murmeltiertag bietet ihm unzählige Gelegenheiten, Mitgefühl zu zeigen, Lebensfreude zu spüren und sich dadurch selbst zu entfalten.

So wie Phil können auch wir unsere innere Haltung ändern. Wir können uns die Frage stellen, durch welche Brille wir heute – in diesem Augenblick – auf die Welt schauen wollen.

Corona ist Realität. Wir haben es mit etwas bisher Unbekanntem zu tun und Ungewissheit macht uns Angst. Wenn wir aber nur noch hoffen, dass dieser Spuk bald vorüber ist und dabei vergessen zu leben, vergeuden wir kostbare Lebenszeit. Wir können nicht vorhersehen, was in den nächsten Wochen, Monaten oder gar 2021 auf uns zukommt. Alles ist ungewiss.

Aber wir können den gegenwärtigen Moment mit allen Sinnen genießen. Innehalten und den Blick auf die schönen Dinge richten und diese wertschätzen. Diese Dankbarkeit gibt uns Kraft! Wir können uns Phil zum Vorbild nehmen und für freudvolle Begegnungen und Ereignisse sorgen.

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Erlaube dir zu erblühen

Eine Blume braucht Wasser und Licht, damit sie irgendwann erblühen kann. Ohne diese beiden Elemente vertrocknet und verkümmert sie. Auch wir Menschen haben Grundbedürfnisse – physische (Essen, Trinken, Schlaf,…) und psychische (Sicherheit, Verbundenheit, Wertschätzung, Selbstverwirklichung,…).

Sind unsere Grundbedürfnisse befriedigt, erleben wir positive Gefühle wie Freude und Zufriedenheit. Bleiben sie dauerhaft unbefriedigt, nehmen negative Gefühle, Stress, Anspannung und Erschöpfung zu. Auf lange Sicht werden wir krank. Daher ist es wichtig, dass wir uns mit unseren Bedürfnissen auseinandersetzen und somit die Basis für ein gesundes und zufriedenes Leben schaffen.

Wir können herausfinden, wie wichtig uns welches Bedürfnis aktuell ist und wahrnehmen, wenn sich Prioritäten in bestimmten Lebensphasen ändern. Es geht nicht darum, dauerhaft einen optimalen Zustand zu erreichen. Das wäre eine Illusion. Auch eine Blume überlebt Phasen mit weniger Wasser oder Licht.

Es geht darum, eine fürsorgliche und wertschätzende Haltung uns selbst gegenüber zu entwickeln, die sich im Alltag in ganz vielen kleinen Handlungen widerspiegelt.

Wann hast du dich zuletzt um dich selbst gekümmert? Schon lange her? Welche äußeren oder inneren Hindernisse stehen dir im Weg? Nimm deine Gedanken und Gefühle bewusst wahr. Vielleicht ist dein innerer Kritiker ja der Auffassung, dass du es nicht wert bist oder es nicht verdient hast. Vielleicht musst du erst noch lernen, deine Bedürfnisse auszusprechen oder eine Bitte an dich auch einmal auszuschlagen. Übung macht den Meister.

Begegne dir mit Achtsamkeit, Respekt, Freundlichkeit und Mitgefühl. Verharre nicht in der Knospe, sondern erlaube dir zu erblühen.