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Der erste Schritt

Wage den ersten Schritt auf deinem Weg in ein selbstbestimmtes und selbstwirksames Leben. Jeder Mensch trägt die Fähigkeit zu Wachstum und Selbstverwirklichung in sich. Zusammen machen wir uns auf und packen deine Themen bei der Wurzel. Bei unserer Zusammenarbeit liegen mir ein lebendiger, klarer und einfühlsamer Kontakt sowie eine respektvolle, wertschätzende und professionelle Haltung am Herzen. Die Entscheidung, etwas verändern zu wollen, ist schon der erste Schritt. Im zweiten Schritt kannst du einen Termin für ein kostenloses und unverbindliches Erstgespräch mit mir vereinbaren.

🍀 Du kannst dir Klarheit verschaffen, wenn das Leben verwirrend scheint.
🍀 Lebensmuster erkennen und Blockaden lösen.
🍀 Gefühle und Verstand in Einklang bringen.
🍀 Vertrauen in deine eigenen Kompetenzen gewinnen.
🍀 Deinen Selbstwert stärken und dein Potential frei entfalten.
🍀 Deinen eigenen Weg – in deinem Tempo – gestärkt weitergehen.
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Neuanfang

Gewohnheiten, Verhaltens- und Denkmuster, die wir jahrelang gelernt und wiederholt haben, lassen sich nicht von jetzt auf nachher ändern. Wenn starre Automatismen unser (Er-)Leben bestimmen, gilt es diese erst einmal zu erkennen und schließlich zu lockern. Schritt für Schritt. Diese Lockerung führt zu einer Entwicklung weg von eingefahrenen Strukturen hin zu Lebendigkeit, Offenheit und Freiheit.

„Autobiographie in 5 Kapiteln“ – von Portia Nelson

Kapitel 1

Ich gehe die Straße entlang.

Im Gehsteig ist ein tiefes Loch.

Ich falle hinein. Ich bin ratlos und hilflos,

aber es hat nichts mit mir zu tun.

Es dauert endlos lange, wieder herauszufinden.

Kapitel 2

Ich gehe dieselbe Straße entlang.

Im Gehsteig ist ein tiefes Loch.

Ich tue so, als ob ich es nicht sähe und falle wieder hinein. Ich kann nicht glauben, dass ich mich wieder in dieser Situation befinde, aber sie hat nichts mit mir zu tun.

Es dauert immer noch lange, herauszukommen.

Kapitel 3

Ich gehe dieselbe Straße entlang.

Im Gehsteig ist ein tiefes Loch. Ich sehe, dass es da ist. Ich falle hinein. Es ist schon eine Gewohnheit, aber

ich habe meine Augen dabei weit geöffnet.

Ich weiß wo ich mich befinde.

Diese Situation hat sehr viel mit mir zu tun.

Ich klettere sofort heraus.

Kapitel 4

Ich gehe dieselbe Straße entlang. Im Gehsteig ist ein tiefes Loch. Ich gehe daran vorbei.

Kapitel 5

Ich gehe eine andere Straße entlang.

 

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Schuld integrieren

Ich bekenne mich sofort schuldig, dass dieser Beitrag etwas einseitig wird 😉 Zu meiner Entschuldigung kann ich sagen, dass das heutige Thema „Schuld“ sehr komplex ist, da es eng mit religiösen, juristischen, moralischen, psychologischen,… etc. Vorstellungen verknüpft ist 😇 Deshalb nenne ich nur einen Teilaspekt, der mir in der Praxis immer wieder begegnet. Es geht mir dabei in erster Linie darum ansatzweise zu erläutern, wie Schuldgefühle entstehen und wie sie sich auf unser Leben auswirken können.
 
Viele von uns plagen sich irgendwann einmal mit Schuldgefühlen, weil wir etwas getan oder nicht getan, gesagt oder nicht gesagt haben. Eine Schuld entsteht, wenn wir ein juristisches, moralisches oder allgemein anerkanntes Gesetz brechen. Ein Schuldgefühl entsteht aber nur dann, wenn wir diese – geschriebenen oder ungeschriebenen – Gesetze auch verinnerlicht haben. Wenn wir glauben, etwas falsch gemacht zu haben oder für etwas Negatives verantwortlich zu sein. In der Folge verurteilen wir uns selbst.
 
Es gibt „gesunde/berechtigte Schuldgefühle“ mit tatsächlicher Schuld (ohne diese die Welt schnell im Chaos versinken würde). Wenn wir Grenzen überschritten, jemandem Schaden, Schmerz oder Unrecht zugefügt haben. Es gibt aber auch „ungesunde/unberechtigte Schuldgefühle“ ohne wirkliches Fehlverhalten. Aufgrund innerer Konflikte haben wir lediglich das Gefühl, schuldig geworden zu sein.
 
Kinder glauben häufig zu Unrecht, dass sie etwas verursacht haben oder etwas hätten verhindern können. Als Erwachsene kämpfen Menschen dann mit unbewussten Schuldgefühlen, deren Wurzeln in der Kindheit und Jugend liegen.
 
➡️ Laut des bekannten Psychoanalytikers Erik Erikson tritt das Schuldgefühl zwischen dem 4. und 6. Lebensjahr in unser Leben. Bereits der Fötus im Mutterleib spürt, ob sich die Eltern über das Geschlecht des Kindes freuen oder nicht. Wenn die Realität nicht dem Wunsch entspricht und dies ein oder beide Elternteile sehr traurig macht, spricht man heute von „Gender disappointment“ – der Enttäuschung über das Babygeschlecht. Negative Gefühle der Mutter übertragen sich auf das Ungeborene. Später haben die Kinder feine Antennen, wie die Menschen in ihrem Umfeld zu ihnen eingestellt sind. Das falsche Geschlecht zu haben – was nach wie vor häufiger bei Mädchen der Fall ist – führt bei vielen Kindern dazu, dass sie sich später schuldig fühlen.
 
➡️ Ein Kind erfährt, dass es weder geplant noch gewollt war. Die Eltern heirateten aufgrund der Schwangerschaft viel zu jung, stritten permanent und ließen sich schließlich wieder scheiden. Ein Scheidungskind fühlt sich schuldig – sowohl für den Streit als auch für die Trennung. Es versucht alles wiedergutzumachen, indem es sich z.B. um die Mutter kümmert, besonders brav und pflegeleicht ist.
 
➡️ Kinder, die misshandelt oder missbraucht worden sind, geben sich häufig eine Mitschuld. Auf der einen Seite, weil diese Empfindung vom Täter geschürt wird. Auf der anderen Seite, weil ein völliger Kontrollverlust über eine solche Situation psychisch kaum zu verkraften ist. Deshalb reden sie sich ein, dass es ihr eigener Wille, ihre eigene Schuld gewesen ist.
 
➡️ Kinder haben erst einmal einen ganz gesunden Egoismus und wollen tun was ihnen Spaß macht. Durch die Erziehung erlangen sie die Fähigkeit, sich gesellschaftlich angepasst zu verhalten. Es entsteht allerdings ein innerer Konflikt zwischen dem was sie wollen und dem, was die anderen von ihnen verlangen. Setzen sie ihren eigenen Kopf durch, kann dies zu Schulgefühlen führen. Tun sie was die anderen wollen, sind sie unglücklich – weil sie gegen die eigenen Interessen gehandelt haben. In ihnen streiten sich somit zwei Persönlichkeitsanteile. Dieser Streit setzt sich im Erwachsenenalter fort. Viele müssen dann z.B. das Neinsagen ohne schlechtes Gewissen erst einmal lernen.
 
Haben wir tatsächlich einen Fehler gemacht, können wir aus diesem lernen und es künftig besser machen: Verantwortung übernehmen, Reue zeigen und uns aufrichtig entschuldigen. Wir lernen dadurch etwas über uns selbst und über den Umgang mit unseren Mitmenschen. Über unsere eigenen und über deren Grenzen. Ohne Schuldgefühle wäre das menschliche Zusammenleben äußerst schwierig. Vielleicht sogar unmöglich. Sie verhindern, dass man Regeln oder Gesetze wiederholt bricht.
 
Zum Schluss möchte ich noch die „existenzielle Schuld“ des Menschen erwähnen, die Irvin D. Yalom – einer der bedeutendsten Psychotherapeuten des 20. Jahrhunderts – beschreibt. Dabei geht es um den Umgang mit der eigenen Freiheit, die ein Mensch hat. Jeder von uns hat einen „angeborenen Vorrat an Fähigkeiten und Potentialen und hat außerdem ein ursprüngliches Wissen um diese Potentiale“. Jemand, der es versäumt, so erfüllt wie möglich zu leben, erfährt ein tiefes, mächtiges Gefühl von existenzieller Schuld. Hierzu schreibt er folgende Geschichte: Rabbi Susya sagte: „Wenn ich in den Himmel komme, werden sie mich nicht fragen: ‚Warum warst Du nicht Moses?‘ Stattdessen werden sie fragen: ‚Warum warst Du nicht Susya?`“
 
Schuldgefühle entstehen somit auch dann, wenn die eigenen Bedürfnisse über einen längeren Zeitraum hinweg unterdrückt worden sind und man seine eigenen Potenziale nicht gelebt hat.
 
Viele Menschen haben schlichtweg vergessen und müssen erst einmal (wieder) herausfinden, was sie eigentlich wollen. Was ihnen Freude bereitet und ihrem Leben einen Sinn gibt.
 
Wenn wir uns selbst besser kennen, gelingt uns auch immer besser, mit uns selbst und anderen weniger streng ins Gericht zu gehen.
 
Wir können unseren „emotionalen Rucksack“, den wir mit durchs Leben schleppen, bewusst machen. Uns mit ihm auseinandersetzen, ihn leeren und leichter machen. Uns selbstfürsorglich und selbstverantwortlich von negativen Glaubenssätzen, Gedanken & Gefühlen befreien.
 
Es läuft sich besser mit leichtem Gepäck.
 
Manchmal brauchen wir hierfür Unterstützung von außen. Gerne begleite ich dich ein Stück auf deinem Weg in ein leichteres & erfüllteres Leben ❤️
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Abwehrmechanismen erkennen

Wir alle haben psychische Abwehrmechanismen. Sie sind Schutzmechanismen, die uns vor unguten Gefühlen schützen, Ängste verringern und unser seelisches Gleichgewicht erhalten sollen. Das ist natürlich, gesund und geschieht meist unbewusst.
Abwehrmechanismen sind sinnvoll und notwendig. Wie sonst sollten wir unseren Alltag meistern? Mit all den Einflüssen der Außenwelt und unseren eigenen Empfindungen, die uns ganz schön fordern und manchmal überfordern. Wir werden enttäuscht, verlassen, übergangen, mit Schreckensmeldungen überhäuft, erreichen manche Ziele nicht,… und finden trotzdem die Kraft weiterzuleben. Indem wir unerfreuliche Tatsachen und Gefühle abwehren, können wir inneren Konflikten aus dem Weg gehen.
Durch die Unterdrückung der Gefühle wird der innere Konflikt aber häufig verstärkt und drückt sich dann auf andere Art und Weise aus – wie nachfolgende Beispiele verdeutlichen.
➡️ Die Verdrängung ist einer der wichtigsten Abwehrmechanismen: Gedanken, Gefühle, Erinnerungen, verbotene Triebe und unangenehme, schmerzliche, angstauslösende Erfahrungen werden aus dem Bewusstsein gedrängt und ins Unbewusste verschoben. Besonders beschämende oder peinliche Erlebnisse können nur schwer erinnert werden, wodurch z.B. Scham, Schuld, Angst oder Minderwertigkeitsgefühle abgewehrt werden. Auf der einen Seite schützt uns die Verdrängung und auf der anderen Seite kann sie uns krank machen. Wenn Belastendes unbewältigt und unbearbeitet bleibt und Triebimpulse verdrängt werden, kommen sie u.a. in Krankheitssymptomen wieder zum Vorschein. Konflikte müssen ins Bewusstsein geholt werden, um sie zu verarbeiten.
Beispiel: Als Kind hatte eine Frau nach der Scheidung der Eltern gegenüber ihrer Mutter starke aggressive Impulse. Sie wünschte ihr den Tod und hatte deshalb Schuldgefühle. Als Erwachsene kann sie sich nicht mehr an die Situation von damals erinnern. Bei der Pflege ihrer Mutter kommt es jedoch zu Angstsymptomen und psychosomatischen Reaktionen. Die negativen Gefühle gegenüber der Mutter wurden von ihr in der Kindheit verdrängt. Es war einfacher, diese im Unterbewusstsein zu vergraben, als auch noch den möglichen Verlust der Zuneigung der Mutter zu verkraften.
➡️ Ein weiterer Abwehrmechanismus ist die Verschiebung: Triebe und Impulse gegenüber einer Person werden auf andere Personen oder ein Lebewesen übertragen. Dadurch wird das Ausleben des Impulses möglich, ohne dass die eigentlich gemeinte Person berührt wird und man folglich keine Sanktionen fürchten muss.
Beispiel: Der Ärger über den Chef wird nicht am Arbeitsplatz, wo die Gefühle entstehen, sondern zu Hause in der Familie ausgedrückt. Oder: Die Wut auf den eigenen Vater wird am Haustier ausgelassen.
Eine Aggressionsverschiebung kann sich auch gegen die eigene Person richten. Dies ist häufig der Fall, wenn die Aggression eigentlich einer wichtigen Bezugsperson gilt, aber das Ausleben diese Beziehung gefährden würde. Autoaggressionen haben häufig Appellcharakter, im Sinne von „Ich möchte gesehen und wahrgenommen werden“.
➡️ Die Projektion ist ebenfalls ein häufiger Abwehrmechanismus.: Unerlaubte und verdrängte Regungen, Eigenschaften, Schwächen oder Probleme, die eine Person bei sich selbst nicht akzeptieren kann, nimmt sie bei anderen Personen wahr und kritisiert sie.
Beispiel: Ein Mann hat Aggressionen gegenüber einem Kollegen und nimmt die eigene Aggressivität nicht bewusst wahr. Er erlebt seinen Kollegen als aggressiv, obwohl dieser es nicht ist. Oder: Wir nehmen es selbst nicht so genau mit der Wahrheit und unterstellen anderen häufig, dass sie lügen.
Es gibt noch unzählige weitere Abwehrmechanismen. Wir verleugnen, isolieren, intellektualisieren, kompensieren, identifizieren, vermeiden, dissoziieren,… u.s.f.
Wenn Abwehrmechanismen eine Extremform einnehmen und uns Probleme bereiten, sollten wir versuchen, diese zu erkennen und zu überwinden. Gerne unterstütze ich dich dabei ❤️
Sie zu kennen hilft, unser eigenes Denken, Fühlen und Handeln und das der anderen Menschen besser verstehen zu können.
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Stufen – von Hermann Hesse

Ein großartiges Gedicht! In Ruhe lesen und wirken lassen 😊❤️
 
Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
 
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf´ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen;
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
 
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden,
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
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Trauer zulassen

Der Tod gehört zum Leben dazu. Der Verlust eines geliebten Menschen ist ein Schock, der das ganze weitere Leben prägen kann. Um sich selbst in der Trauer besser verstehen zu können, ist es gut, etwas über sie zu wissen.

Es ist wichtig, starke Gefühle wie Kummer, Angst, Wut und Zorn zuzulassen und nicht zu verdrängen. Sie kosten viel Zeit und Kraft. Sie bewusst zu erleben und sich mit ihnen auseinanderzusetzen, kann neue Kräfte für den weiteren Lebensweg freisetzen.

Die Schweizer Psychologin Verena Kast hat ein Modell der Trauerphasen entwickelt:

1. Trauerphase: Nicht-Wahrhaben-Wollen

Der Tod eines Menschen schockiert immer, auch wenn er nicht unerwartet kommt. Auf einmal ist alles anders. Verzweiflung, Hilf- und Ratlosigkeit herrschen vor. Das Geschehene wird noch nicht erfasst, man leugnet es ab, man kann und will es nicht glauben. Viele Menschen sind wie erstarrt, verstört und völlig apathisch. Andere geraten außer Kontrolle, brechen zusammen. Der Tod hat etwas Überwältigendes, der Schock sitzt tief. Körperliche Reaktionen: rascher Pulsschlag, Schwitzen, Übelkeit, Erbrechen, motorische Unruhe. Diese Phase kann wenige Stunden bis – vor allem bei plötzlich eingetretenen Todesfällen – mehrere Wochen dauern.

Mögliche Hilfen in dieser Phase:

– Alltägliche Besorgungen übernehmen
– Trauernde dort unterstützen, wo sie überfordert sind
– Trauernde nicht allein lassen
– Trauernde in ihren Reaktionen nicht bevormunden
– Da-Sein, ohne viel fragen
– Alle Gefühle der Trauernden zulassen: alles darf sein!
– Die scheinbare Empfindungslosigkeit aushalten
– Wärme, Mitgefühl vermitteln
– Die eigenen Gefühle zum Ausdruck bringen, wenn es angebracht und notwendig erscheint.

2. Trauerphase: Aufbrechende Emotionen

Gefühle bahnen sich nun ihren Weg. Leid, Schmerz, Wut, Zorn, Freude, Traurigkeit und Angst können an die Oberfläche kommen. Je nach der Persönlichkeitsstruktur des Trauernden herrschen verschieden Gefühle vor. „Warum musste es ausgerechnet mich treffen?“ oder „Womit habe ich das verdient?“ Das sind Fragen, die sehr leicht aufkommen. Man schreit seinen Schmerz heraus, Wut und Zorn entstehen gegen Gott und die Welt. Aber auch gegen den Toten werden Vorwürfe gerichtet: „Wie konntest du mich nur im Stich lassen?“ oder „Was soll nun aus mir werden?“ Diese aggressiven Gefühle können sich aber auch gegen einen selbst richten: „Hätte ich nicht besser aufpassen müssen?“ oder „Hätte ich das Unglück nicht verhindern können?“ Als Folge davon entstehen Schuldgefühle, die den Trauernden quälen. All diese Gefühle, die zu diesem Zeitpunkt über einen hereinbrechen, sollte man keineswegs unterdrücken. Sie helfen dem Trauernden, seinen Schmerz besser zu verarbeiten. Werden sie jedoch unterdrückt, so können diese Gefühle viel zerstören, sie führen dann nicht selten zu Depressionen und Schwermut. Die Dauer dieser Phase lässt sich nur schwer abschätzen, man spricht etwa von ein paar Wochen bis zu mehreren Monaten.

Mögliche Hilfen in dieser Phase

– Gefühlsausbrüche zulassen, da sie heilsam sein können
– Ausbrüche von Wut und Zorn gehören ebenso wie depressive Stimmungen und Niedergeschlagenheit zum Vorgang des Trauerns
– Nicht von ungelösten Problemen, Schuld und Konflikt ablenken
– Ablenken fördert nur das Verdrängen, was zu einer Verzögerung des Trauerprozesses führen kann
– Probleme aussprechen lassen
– Schuldgefühle nicht ausreden, aber auch nicht bekräftigen, sondern schlicht zur Kenntnis nehmen
– Am Erleben und Erinnern des Trauernden Anteil nehmen
– Da-Sein, Zuhören
– Anregungen für alltägliche Hilfen (z.B. Tagebuch schreiben, Malen, Musikhören, Spazieren gehen, Entspannungsübungen, Bäder,…) geben
– Eigene „Geschichten“ zurückhalten
– Keine Interpretationen oder wertende Stellungnahmen geben.

3. Trauerphase: Suchen und Sich-Trennen

Auf jeden Verlust reagieren wir mit Suchen. Was wird eigentlich in der Trauer gesucht? Zum einen der reale Mensch, das gemeinsame Leben, gemeinsame Orte mit Erinnerungswert. Auch in den Gesichtern Unbekannter wird nach den geliebten Gesichtszügen gesucht. Gewohnheiten des Verstorbenen werden übernommen. Gemeinsame Erlebnisse sollen Teile der Beziehung retten und werden gleichsam als „Edelsteine“ gesammelt. Dies erleichtert die Trauer. In inneren Zwiegesprächen wird eine Klärung offener Punkte möglich, kann Rat eingeholt werden. Durch diese intensive Auseinandersetzung entsteht beim Trauernden oft ein starkes Begegnungsgefühl. Das ist unheimlich schmerzhaft und unendlich schön zugleich! Im Verlaufe dieses intensiven Suchens, Findens und Wieder-Trennens kommt einmal der Augenblick, wo der Trauernde die innere Entscheidung trifft, wieder ja zum Leben und zum Weiterleben zu sagen oder aber in der Trauer zu verharren. Je mehr gefunden wird, was weitergegeben werden kann, umso leichter fällt eine Trennung vom Toten. Dieses Suchen lässt aber auch oft eine tiefe Verzweiflung entstehen, weil die Dunkelheit noch zu mächtig ist. Suizidale Gedanken sind in dieser Phase relativ häufig. Diese Phase kann Wochen, Monate oder Jahre dauern.

Mögliche Hilfen in dieser Phase

– Alle Erlebnisse der Vergangenheit dürfen ausgesprochen werden –
– keine Zensur!
– Akzeptieren, dass immer wieder in den verschiedensten Formen „gesucht“ wird
– Geduld
– Zuhören – auch wenn man die Geschichten alle schon kennt
– Gefühle ernst nehmen, die durch Erinnerungen oder Erzählungen wieder auftauchen
– Phantasien zulassen, die den Tod des Verstorbenen bezweifeln – ohne selbst mit zu phantasieren
– Bei suizidalen Äußerungen kontinuierlich begleiten
– Zeit lassen
– Kein Drängen auf Akzeptieren des Verlustes
– Unterstützung bei Ansätzen der Neuorientierung

4. Trauerphase: Neuer Selbst- und Weltbezug

Nachdem man seinen Schmerz herausschreien durfte, anklagen und Vorwürfe machen durfte, kehrt allmählich innere Ruhe und Frieden in die Seele zurück. Der Tote hat dort seinen Platz gefunden. Langsam erkennt man, dass das Leben weitergeht und dass man dafür verantwortlich ist. Es kommt die Zeit, in der man wieder neue Pläne schmieden kann. Der Trauerprozess hat Spuren hinterlassen, die Einstellung des Trauernden zum Leben hat sich meist völlig verändert. Der Verstorbene bleibt ein Teil dieses Lebens und lebt weiter in den Erinnerungen und im Gedenken.

Mögliche Hilfen in dieser Phase

– Dazu beitragen, dass der Trauernde auch den Begleiter loslassen kann
– Akzeptieren, dass man so nicht mehr gebraucht wird
– Eigene „Bedürftigkeit“, helfen zu müssen, überprüfen (Helfer-Syndrom!)
– Veränderungen im Beziehungsnetz des Trauernden begrüßen und unterstützen
– Neues akzeptieren
– Sensibel bleiben für Rückfälle
– Gemeinsame Formen suchen, die Trauerbegleitung behutsam zu beenden oder umzugestalten

Quelle: johanniter.de / M. Specht-Tomann, D. Tropper – „Zeit des Abschieds“

Wenn wir alle Gefühle zulassen und uns auf diesen Trauerprozess einlassen, finden wir uns selbst neu. Die Beziehung zu dem geliebten Menschen verändert sich. Er ist nicht verloren, sondern gehört weiter zu unserem Leben dazu ❤️

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Alles hat immer zwei Seiten

Alles hat immer zwei Seiten. Nichts ist nur schlecht oder nur gut. Alles hat sein Gutes und sein Schlechtes. Vielleicht gibt es jemanden, der dich gerade um das beneidet, was du bei dir selbst ablehnst. Manchmal sind wir überrascht, wie uns andere Menschen sehen. Hierzu eine kleine (gekürzte) Geschichte von Haim Shapira:

Der stille See brachte Jahre damit zu, den prächtigen Springbrunnen zu bewundern, den man unweit seines Ufers erbaut hatte. Er beneidete den Brunnen um die hübschen Wasserfontänen und das muntere Plätschern, das er produzierte (…) „Ich möchte auch so ein interessantes Leben führen wie dieser Brunnen, dessen Fontänen den Menschen Juchzen und Gelächter entlocken. An meinem Ufer dagegen spazieren sie schweigend entlang. (…) Die Leute setzen sich ins Gras oder auf eine Bank und starren gelangweilt auf meine bewegungslose Wasseroberfläche. Was gäbe ich dafür, ein Springbrunnen zu sein! Aber leider bin ich nichts Besonderes. Ich bin nur ein ganz gewöhnlicher See, weder tief noch groß noch schön.“

Der Springbrunnen wiederum brachte Jahre damit zu, den stillen, klaren See zu beneiden. „Sieh ihn dir an; sieh nur, wie ruhig und gelassen er ist! Er versucht nicht, allen zu imponieren. (…) Ich tue alles, um sie mit meinen Kunststücken in Staunen zu versetzen. Aber ich bin müde. Der See kann sich wirklich glücklich schätzen. Er muss die Menschen, die an ihm entlang spazieren, nicht unterhalten. Wenn sie an seinem Ufer sitzen, genießen sie die Stille und das leise Plätschern der kleinen Wellen. (…) Wie gern würde ich mit dem stillen See tauschen, und sei es nur für eine Weile! Dafür würde ich alles geben!“

Wie siehst du dich selbst? Gerne vergessen wir unsere unzähligen positiven Eigenschaften und halten für selbstverständlich, was uns leicht von der Hand geht. Dann ist es an der Zeit zu überlegen, was man ist seinem bisherigen Leben schon alles bewirkt und wie viele Menschen man positiv beeinflusst hat. Zu erkennen & wertzuschätzen was man ist ❤️

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Bedürfnisse

Mit unseren körperlichen Bedürfnissen sind wir täglich konfrontiert. Wir trinken, wenn wir durstig sind. Essen, wenn wir Hunger haben. Schlafen, wenn wir müde sind. Wir haben ein Dach über dem Kopf und mehr materielle Dinge, als wir eigentlich benötigen. Auch wenn wir körperlich gesund sind und vermeintlich alles haben, geht es uns manchmal seelisch trotzdem nicht gut. Warum ist das so?

Der Psychologe Klaus Grawe beschreibt die vier psychischen Grundbedürfnisse, die bei allen Menschen vorhanden sind und deren „Verletzung oder dauerhafte Nichtbefriedigung“ zu „Schädigungen der psychischen Gesundheit und des Wohlbefindens“ führen. Er nennt das Bedürfnis nach:

→ Orientierung und Kontrolle: Wir wollen Situationen verstehen, eigene Entscheidungen treffen und unser Leben selbstständig gestalten, möglichst viele Handlungsalternativen und einen grossen Handlungsspielraum haben.

→ Lustgewinn und Unlustvermeidung: Wir streben von Geburt an danach, lustvolle, erfreuliche Erfahrungen zu machen und schmerzhafte, unangenehme Erfahrungen zu vermeiden.

→ Selbstwerterhöhung und Selbstwertschutz: Wir streben danach, uns als gut, kompetent und von anderen wertgeschätzt zu fühlen. Zur Bildung eines guten Selbstwertgefühls brauchen wir ein entsprechendes Umfeld, das uns bestätigt, anerkennt, uns etwas zutraut und uns unterstützt.

→ Bindung und Zugehörigkeit: Wir sind soziale Wesen und wollen Bindungen zu anderen Menschen eingehen (Familie, Partner, Freunde, Kollegen,…).

Sind unsere Grundbedürfnisse erfüllt, erleben wir positive Gefühle wie Zufriedenheit, Freude, Geborgenheit oder Stolz. Werden sie aber dauerhaft nicht befriedigt oder stehen verschiedene Grundbedürfnisse längerfristig in Widerspruch zueinander, leiden wir unter anhaltenden negativen Gefühlen und Anspannung. Dieses Ungleichgewicht kann zu einer psychischen Störung führen.

So unterschiedlich wir Menschen sind, so unterschiedlich sind unsere Bedürfnisse: Ein Single kann zufrieden und gesund sein, wenn er genügend andere positive Beziehungen pflegt. Das Eingehen einer neuen Beziehung kann auf der einen Seite das Bedürfnis nach Bindung befriedigen und auf der anderen Seite das Bedürfnis nach Autonomie verletzen.

Es ist wichtig, uns mit unseren Bedürfnissen auseinanderzusetzen und zu überlegen, wie wir diese in Einklang bringen können. Z.B. ein Gespür dafür zu bekommen, wie viel Nähe und Distanz wir benötigen.

Der erste Schritt zum Wohlbefinden ist, dass wir unsere eigenen Bedürfnisse kennenlernen, diese wahrnehmen und erfüllen. Das stellt die Basis eines seelisch gesunden, zufriedenen und glücklichen Lebens dar. Hierbei geht es keineswegs um das Erreichen eines optimalen Zustands. Eine vorübergehende Frustration ist sogar notwendig, um unsere persönliche Weiterentwicklung zu ermöglichen. Haben wir z.B. eine schwierige Phase gemeistert, gewinnen wir Vertrauen in uns und unsere Fähigkeiten.

Es geht um die Auseinandersetzung mit den eigenen Erfahrungen und um einen achtsamen Umgang mit den eigenen Bedürfnissen.

Was ist dir wichtig?
Was willst du vom Leben?
Was macht dich glücklich?

Lerne dich besser kennen, nimm deine Bedürfnisse ernst und gib ihnen mehr Raum ❤️

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Im Moment leben

„Und täglich grüßt das Murmeltier“ – viele von euch kennen diesen Film-Klassiker sicherlich: Der arrogante, zynische und unsympathische TV-Wettermann Phil muss zum alljährlichen „Murmeltiertag“ in die Kleinstadt Punxsutawney. Gefangen in einer Zeitschleife und an den Ort gefesselt, erlebt er diesen einen Tag immer und immer wieder. Für alle anderen Menschen ist es hingegen ein neuer Tag, auf den sich alle freuen. Die täglichen Wiederholungen quälen Phil und lassen ihn am Leben verzweifeln.

Sein Erleben und seine Erfahrungen ändern sich erst, als er seine innere Haltung ändert. Er erkennt, dass es in seiner Hand liegt, wie und wofür er diesen Tag nutzt. Plötzlich hält er nach Möglichkeiten Ausschau und füllt ihn mit freudvollen Begegnungen und Ereignissen. Der Murmeltiertag bietet ihm unzählige Gelegenheiten, Mitgefühl zu zeigen, Lebensfreude zu spüren und sich dadurch selbst zu entfalten.

So wie Phil können auch wir unsere innere Haltung ändern. Wir können uns die Frage stellen, durch welche Brille wir heute – in diesem Augenblick – auf die Welt schauen wollen.

Corona ist Realität. Wir haben es mit etwas bisher Unbekanntem zu tun und Ungewissheit macht uns Angst. Wenn wir aber nur noch hoffen, dass dieser Spuk bald vorüber ist und dabei vergessen zu leben, vergeuden wir kostbare Lebenszeit. Wir können nicht vorhersehen, was in den nächsten Wochen, Monaten oder gar 2021 auf uns zukommt. Alles ist ungewiss.

Aber wir können den gegenwärtigen Moment mit allen Sinnen genießen. Innehalten und den Blick auf die schönen Dinge richten und diese wertschätzen. Diese Dankbarkeit gibt uns Kraft! Wir können uns Phil zum Vorbild nehmen und für freudvolle Begegnungen und Ereignisse sorgen.

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Erlaube dir zu erblühen

Eine Blume braucht Wasser und Licht, damit sie irgendwann erblühen kann. Ohne diese beiden Elemente vertrocknet und verkümmert sie. Auch wir Menschen haben Grundbedürfnisse – physische (Essen, Trinken, Schlaf,…) und psychische (Sicherheit, Verbundenheit, Wertschätzung, Selbstverwirklichung,…).

Sind unsere Grundbedürfnisse befriedigt, erleben wir positive Gefühle wie Freude und Zufriedenheit. Bleiben sie dauerhaft unbefriedigt, nehmen negative Gefühle, Stress, Anspannung und Erschöpfung zu. Auf lange Sicht werden wir krank. Daher ist es wichtig, dass wir uns mit unseren Bedürfnissen auseinandersetzen und somit die Basis für ein gesundes und zufriedenes Leben schaffen.

Wir können herausfinden, wie wichtig uns welches Bedürfnis aktuell ist und wahrnehmen, wenn sich Prioritäten in bestimmten Lebensphasen ändern. Es geht nicht darum, dauerhaft einen optimalen Zustand zu erreichen. Das wäre eine Illusion. Auch eine Blume überlebt Phasen mit weniger Wasser oder Licht.

Es geht darum, eine fürsorgliche und wertschätzende Haltung uns selbst gegenüber zu entwickeln, die sich im Alltag in ganz vielen kleinen Handlungen widerspiegelt.

Wann hast du dich zuletzt um dich selbst gekümmert? Schon lange her? Welche äußeren oder inneren Hindernisse stehen dir im Weg? Nimm deine Gedanken und Gefühle bewusst wahr. Vielleicht ist dein innerer Kritiker ja der Auffassung, dass du es nicht wert bist oder es nicht verdient hast. Vielleicht musst du erst noch lernen, deine Bedürfnisse auszusprechen oder eine Bitte an dich auch einmal auszuschlagen. Übung macht den Meister.

Begegne dir mit Achtsamkeit, Respekt, Freundlichkeit und Mitgefühl. Verharre nicht in der Knospe, sondern erlaube dir zu erblühen.