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Ressourcen

Ressourcen sind Kraftquellen – wie die französische Wurzel des Wortes nahe legt, denn “Source” bedeutet “Quelle”. Es sind Quellen, aus denen man all das schöpfen kann, was man zur Gestaltung eines zufrieden stellenden, guten Lebens braucht, was man braucht, um Probleme zu lösen oder mit Schwierigkeiten zurecht zu kommen.

Das können sehr verschiedenartige Bedingungen sein, denn jeder Mensch ist anders, und jede Situation, jede Herausforderung und Lebensphase braucht andere Ressourcen.

Natürlich können Freunde, Partner, die Eltern oder wichtige Menschen in der sozialen Umgebung solche Ressourcen sein, aber auch persönliche Eigenschaften, Fähigkeiten, Kompetenzen. Auch das Aussehen oder die Ausstrahlung, die jemand hat, können Ressourcen sein. Sie können in der Bereitschaft und Fähigkeit zu besonderen Anstrengungen liegen oder einfach in der Art, wie man eben ist. Es können Hobbys sein oder wichtige Ziele im Leben, Überzeugungen, für die man eintritt, Ideen oder der Glaube, die Religion. Es können Vereine oder Gruppen sein, denen man angehört, aber auch materielle Dinge wie eine Wohnung, ein Haus, Geld oder ein Auto.

Wenn die Gegenwart nicht so viel hergibt, können es auch Erinnerungen, Erfahrungen in der Vergangenheit sein oder aber Hoffnungen für die Zukunft.

Quelle: H.G. Petzold, Das Ressourcenkonzept… (1997)

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Altes loslassen

2020 war und ist ein besonderes Jahr. Für viele eine echte Herausforderung! Mit einem Ritual können wir Altes loslassen und das Neue begrüßen: Schreibe Altlasten & Überflüssiges auf. Alles, was dir in diesem Jahr Sorgen bereitet, dich gestresst oder geängstigt hat.

Vielleicht möchtest du dich z.B. von deinem ständigen „Wollen“ verabschieden? Dich erklären wollen, rechtfertigen wollen, etwas besser machen wollen, perfekt sein wollen oder gefallen wollen? Notiere es und verbrenne den Zettel bei einem Rauhnacht-Ritual in einer feuerfesten Schale. Schaffe Platz für das Neue ❤️

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13 Wünsche

Die Rauhnächte werden als die 12 heiligen Nächte zwischen Weihnachten und dem Tag der Heiligen drei Könige bezeichnet. Sie sind eine Zeit des Rückzugs, des Wandels und des Neubeginns. Rituale helfen uns dabei, das alte Jahr abzuschließen und positiv ins neue Jahr zu starten. Deshalb möchte ich heute das schöne Ritual der „13 Wünsche“ mit dir teilen 😊

Hierfür nimmst du 13 kleine Zettel, die in der gleichen Größe und Farbe sein sollten, damit du sie nicht unterscheiden kannst. Auf jeden schreibst du vor dem 25.12. einen echten Herzenswunsch für das neue Jahr. Nimm dir ausreichend Zeit, um dir wirklich klar darüber zu werden: Was ist mir wichtig? Was erfüllt mich? Was würde mein Leben leichter machen? Was liegt mir am Herzen? Formuliere die Wünsche positiv, kurz, präzise und in der Gegenwart. Als wäre der Wunsch schon erfüllt. Statt „Ich will nicht mehr krank sein.“ schreibst du „Ich bin gesund.“ Statt „Ich will nicht immer so betrübt sein.“ schreibst du „Ich freue mich auf jeden neuen Tag.“ Wünsche nicht für einen anderen Menschen, sondern nur für dich selbst.

Dann faltest du die Zettel einheitlich zusammen und legst sie in einen Beutel, eine Schachtel oder ein verschließbares Glas.

Ab der ersten Rauhnacht am 25. Dezember nimmst du dir – möglichst bei Einbruch der Dunkelheit – etwas Zeit, lässt den Alltag hinter dir und entzündest in aller Ruhe eine Kerze. Nimmst die Wärme und das Flackern wahr. Falls du Räucherzubehör hast, kannst du auch zusätzlich etwas Räucherwerk räuchern. Dann nimmst du mit geschlossenen Augen einen der Zettel, hältst ihn in der Hand und spürst, dass eine Besonderheit in dem liegt, was du gerade tust.

Verbrenne den Zettel – am besten draußen in der Natur – in der Räucherschale oder einer anderen feuerfesten Schale, ohne ihn vorher noch einmal zu lesen. Schaue achtsam zu, wie er brennt. Welche Gedanken & Gefühle hast du dabei? Es heißt, dass mit dem Rauch deine Wünsche in den Himmel hinauf steigen und einer höheren Macht übergeben werden. Die Asche kannst du im Anschluss der Erde übergeben. Verfahre so in allen 12 Raunächten bis zum 5. Januar.

Es heißt, dass der Wunsch, den du in der ersten Nacht verbrennst, sich im ersten Monat des neuen Jahres erfüllt. Der zweite Wunsch im zweiten Monat und so weiter. Nach dem Ende der Raunächte am 6. Januar ist noch ein letzter Zettel übrig. Diesen darfst du nun feierlich öffnen und nachlesen, welcher Wunsch darauf steht. Für die Erfüllung dieses Wunsches bist du ganz alleine zuständig ❤️

Sich gesehen und verstanden fühlen, ist eines der schönsten Erfahrungen, die wir machen können. Aufmerksamkeit verbindet und Wertschätzung ist die Grundlage jeder Beziehung. 

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An welchen schönen Moment vom gestrigen Tag kannst du dich heute noch erinnern? Es liegt in der Natur des Menschen, dass wir häufig zu sehr auf das Negative schauen und darüber hinaus unangenehme Situationen länger im Gedächtnis hängen bleiben als positive Momente. Deshalb ist es umso wichtiger, einen Blick für das Schöne & Positive zu bekommen, dieses bewusst wahrzunehmen und zu genießen ❤️

Wie der Bauer in der folgenden Geschichte:
Es war einmal ein Bauer, der steckte jeden Morgen eine Handvoll Bohnen in seine linke Hosentasche. Immer, wenn er während des Tages etwas Schönes erlebt hatte, wenn ihm etwas Freude bereitet oder er einen Glücksmoment empfunden hatte, nahm er eine Bohne aus der linken Hosentasche und gab sie in die rechte.
Am Anfang kam das nicht so oft vor. Aber von Tag zu Tag wurden es mehr Bohnen, die von der linken in die rechte Hosentasche wanderten. Der Duft der frischen Morgenluft, der Gesang der Amsel auf dem Dachfirst, das Lachen seiner Kinder, das nette Gespräch mit einem Nachbarn – immer wanderte eine Bohne von der linken in die rechte Tasche.
Bevor er am Abend zu Bett ging, zählte er die Glücksbohnen in seiner rechten Hosentasche. Bei jeder Bohne konnte er sich an das positive Erlebnis erinnern. Zufrieden und glücklich schlief er ein – auch wenn er nur eine einzige Bohne in seiner rechten Hosentasche hatte. (Verfasser unbekannt)
Du kannst natürlich auch Centstücke, Kaffeebohnen, Perlen,… nehmen 😊 Ich wünsche dir viel Freude beim Sammeln von Glücksmomenten 😃🍀
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Septembermorgen

Zum heutigen Herbstbeginn ein schönes Gedicht von Eduard Mörike:

Im Nebel ruhet noch die Welt,
noch träumen Wald und Wiesen;
bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
den blauen Himmel unverstellt,
herbstkräftig die gedämpfte Welt
in warmem Golde fließen.

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Der erste Schritt

Wage den ersten Schritt auf deinem Weg in ein selbstbestimmtes und selbstwirksames Leben. Jeder Mensch trägt die Fähigkeit zu Wachstum und Selbstverwirklichung in sich. Zusammen machen wir uns auf und packen deine Themen bei der Wurzel. Bei unserer Zusammenarbeit liegen mir ein lebendiger, klarer und einfühlsamer Kontakt sowie eine respektvolle, wertschätzende und professionelle Haltung am Herzen. Die Entscheidung, etwas verändern zu wollen, ist schon der erste Schritt. Im zweiten Schritt kannst du einen Termin für ein kostenloses und unverbindliches Erstgespräch mit mir vereinbaren.

🍀 Du kannst dir Klarheit verschaffen, wenn das Leben verwirrend scheint.
🍀 Lebensmuster erkennen und Blockaden lösen.
🍀 Gefühle und Verstand in Einklang bringen.
🍀 Vertrauen in deine eigenen Kompetenzen gewinnen.
🍀 Deinen Selbstwert stärken und dein Potential frei entfalten.
🍀 Deinen eigenen Weg – in deinem Tempo – gestärkt weitergehen.
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Neuanfang

Gewohnheiten, Verhaltens- und Denkmuster, die wir jahrelang gelernt und wiederholt haben, lassen sich nicht von jetzt auf nachher ändern. Wenn starre Automatismen unser (Er-)Leben bestimmen, gilt es diese erst einmal zu erkennen und schließlich zu lockern. Schritt für Schritt. Diese Lockerung führt zu einer Entwicklung weg von eingefahrenen Strukturen hin zu Lebendigkeit, Offenheit und Freiheit.

„Autobiographie in 5 Kapiteln“ – von Portia Nelson

Kapitel 1

Ich gehe die Straße entlang.

Im Gehsteig ist ein tiefes Loch.

Ich falle hinein. Ich bin ratlos und hilflos,

aber es hat nichts mit mir zu tun.

Es dauert endlos lange, wieder herauszufinden.

Kapitel 2

Ich gehe dieselbe Straße entlang.

Im Gehsteig ist ein tiefes Loch.

Ich tue so, als ob ich es nicht sähe und falle wieder hinein. Ich kann nicht glauben, dass ich mich wieder in dieser Situation befinde, aber sie hat nichts mit mir zu tun.

Es dauert immer noch lange, herauszukommen.

Kapitel 3

Ich gehe dieselbe Straße entlang.

Im Gehsteig ist ein tiefes Loch. Ich sehe, dass es da ist. Ich falle hinein. Es ist schon eine Gewohnheit, aber

ich habe meine Augen dabei weit geöffnet.

Ich weiß wo ich mich befinde.

Diese Situation hat sehr viel mit mir zu tun.

Ich klettere sofort heraus.

Kapitel 4

Ich gehe dieselbe Straße entlang. Im Gehsteig ist ein tiefes Loch. Ich gehe daran vorbei.

Kapitel 5

Ich gehe eine andere Straße entlang.

 

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Schuld integrieren

Ich bekenne mich sofort schuldig, dass dieser Beitrag etwas einseitig wird 😉 Zu meiner Entschuldigung kann ich sagen, dass das heutige Thema „Schuld“ sehr komplex ist, da es eng mit religiösen, juristischen, moralischen, psychologischen,… etc. Vorstellungen verknüpft ist 😇 Deshalb nenne ich nur einen Teilaspekt, der mir in der Praxis immer wieder begegnet. Es geht mir dabei in erster Linie darum ansatzweise zu erläutern, wie Schuldgefühle entstehen und wie sie sich auf unser Leben auswirken können.
 
Viele von uns plagen sich irgendwann einmal mit Schuldgefühlen, weil wir etwas getan oder nicht getan, gesagt oder nicht gesagt haben. Eine Schuld entsteht, wenn wir ein juristisches, moralisches oder allgemein anerkanntes Gesetz brechen. Ein Schuldgefühl entsteht aber nur dann, wenn wir diese – geschriebenen oder ungeschriebenen – Gesetze auch verinnerlicht haben. Wenn wir glauben, etwas falsch gemacht zu haben oder für etwas Negatives verantwortlich zu sein. In der Folge verurteilen wir uns selbst.
 
Es gibt „gesunde/berechtigte Schuldgefühle“ mit tatsächlicher Schuld (ohne diese die Welt schnell im Chaos versinken würde). Wenn wir Grenzen überschritten, jemandem Schaden, Schmerz oder Unrecht zugefügt haben. Es gibt aber auch „ungesunde/unberechtigte Schuldgefühle“ ohne wirkliches Fehlverhalten. Aufgrund innerer Konflikte haben wir lediglich das Gefühl, schuldig geworden zu sein.
 
Kinder glauben häufig zu Unrecht, dass sie etwas verursacht haben oder etwas hätten verhindern können. Als Erwachsene kämpfen Menschen dann mit unbewussten Schuldgefühlen, deren Wurzeln in der Kindheit und Jugend liegen.
 
➡️ Laut des bekannten Psychoanalytikers Erik Erikson tritt das Schuldgefühl zwischen dem 4. und 6. Lebensjahr in unser Leben. Bereits der Fötus im Mutterleib spürt, ob sich die Eltern über das Geschlecht des Kindes freuen oder nicht. Wenn die Realität nicht dem Wunsch entspricht und dies ein oder beide Elternteile sehr traurig macht, spricht man heute von „Gender disappointment“ – der Enttäuschung über das Babygeschlecht. Negative Gefühle der Mutter übertragen sich auf das Ungeborene. Später haben die Kinder feine Antennen, wie die Menschen in ihrem Umfeld zu ihnen eingestellt sind. Das falsche Geschlecht zu haben – was nach wie vor häufiger bei Mädchen der Fall ist – führt bei vielen Kindern dazu, dass sie sich später schuldig fühlen.
 
➡️ Ein Kind erfährt, dass es weder geplant noch gewollt war. Die Eltern heirateten aufgrund der Schwangerschaft viel zu jung, stritten permanent und ließen sich schließlich wieder scheiden. Ein Scheidungskind fühlt sich schuldig – sowohl für den Streit als auch für die Trennung. Es versucht alles wiedergutzumachen, indem es sich z.B. um die Mutter kümmert, besonders brav und pflegeleicht ist.
 
➡️ Kinder, die misshandelt oder missbraucht worden sind, geben sich häufig eine Mitschuld. Auf der einen Seite, weil diese Empfindung vom Täter geschürt wird. Auf der anderen Seite, weil ein völliger Kontrollverlust über eine solche Situation psychisch kaum zu verkraften ist. Deshalb reden sie sich ein, dass es ihr eigener Wille, ihre eigene Schuld gewesen ist.
 
➡️ Kinder haben erst einmal einen ganz gesunden Egoismus und wollen tun was ihnen Spaß macht. Durch die Erziehung erlangen sie die Fähigkeit, sich gesellschaftlich angepasst zu verhalten. Es entsteht allerdings ein innerer Konflikt zwischen dem was sie wollen und dem, was die anderen von ihnen verlangen. Setzen sie ihren eigenen Kopf durch, kann dies zu Schulgefühlen führen. Tun sie was die anderen wollen, sind sie unglücklich – weil sie gegen die eigenen Interessen gehandelt haben. In ihnen streiten sich somit zwei Persönlichkeitsanteile. Dieser Streit setzt sich im Erwachsenenalter fort. Viele müssen dann z.B. das Neinsagen ohne schlechtes Gewissen erst einmal lernen.
 
Haben wir tatsächlich einen Fehler gemacht, können wir aus diesem lernen und es künftig besser machen: Verantwortung übernehmen, Reue zeigen und uns aufrichtig entschuldigen. Wir lernen dadurch etwas über uns selbst und über den Umgang mit unseren Mitmenschen. Über unsere eigenen und über deren Grenzen. Ohne Schuldgefühle wäre das menschliche Zusammenleben äußerst schwierig. Vielleicht sogar unmöglich. Sie verhindern, dass man Regeln oder Gesetze wiederholt bricht.
 
Zum Schluss möchte ich noch die „existenzielle Schuld“ des Menschen erwähnen, die Irvin D. Yalom – einer der bedeutendsten Psychotherapeuten des 20. Jahrhunderts – beschreibt. Dabei geht es um den Umgang mit der eigenen Freiheit, die ein Mensch hat. Jeder von uns hat einen „angeborenen Vorrat an Fähigkeiten und Potentialen und hat außerdem ein ursprüngliches Wissen um diese Potentiale“. Jemand, der es versäumt, so erfüllt wie möglich zu leben, erfährt ein tiefes, mächtiges Gefühl von existenzieller Schuld. Hierzu schreibt er folgende Geschichte: Rabbi Susya sagte: „Wenn ich in den Himmel komme, werden sie mich nicht fragen: ‚Warum warst Du nicht Moses?‘ Stattdessen werden sie fragen: ‚Warum warst Du nicht Susya?`“
 
Schuldgefühle entstehen somit auch dann, wenn die eigenen Bedürfnisse über einen längeren Zeitraum hinweg unterdrückt worden sind und man seine eigenen Potenziale nicht gelebt hat.
 
Viele Menschen haben schlichtweg vergessen und müssen erst einmal (wieder) herausfinden, was sie eigentlich wollen. Was ihnen Freude bereitet und ihrem Leben einen Sinn gibt.
 
Wenn wir uns selbst besser kennen, gelingt uns auch immer besser, mit uns selbst und anderen weniger streng ins Gericht zu gehen.
 
Wir können unseren „emotionalen Rucksack“, den wir mit durchs Leben schleppen, bewusst machen. Uns mit ihm auseinandersetzen, ihn leeren und leichter machen. Uns selbstfürsorglich und selbstverantwortlich von negativen Glaubenssätzen, Gedanken & Gefühlen befreien.
 
Es läuft sich besser mit leichtem Gepäck.
 
Manchmal brauchen wir hierfür Unterstützung von außen. Gerne begleite ich dich ein Stück auf deinem Weg in ein leichteres & erfüllteres Leben ❤️
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Abwehrmechanismen erkennen

Wir alle haben psychische Abwehrmechanismen. Sie sind Schutzmechanismen, die uns vor unguten Gefühlen schützen, Ängste verringern und unser seelisches Gleichgewicht erhalten sollen. Das ist natürlich, gesund und geschieht meist unbewusst.
Abwehrmechanismen sind sinnvoll und notwendig. Wie sonst sollten wir unseren Alltag meistern? Mit all den Einflüssen der Außenwelt und unseren eigenen Empfindungen, die uns ganz schön fordern und manchmal überfordern. Wir werden enttäuscht, verlassen, übergangen, mit Schreckensmeldungen überhäuft, erreichen manche Ziele nicht,… und finden trotzdem die Kraft weiterzuleben. Indem wir unerfreuliche Tatsachen und Gefühle abwehren, können wir inneren Konflikten aus dem Weg gehen.
Durch die Unterdrückung der Gefühle wird der innere Konflikt aber häufig verstärkt und drückt sich dann auf andere Art und Weise aus – wie nachfolgende Beispiele verdeutlichen.
➡️ Die Verdrängung ist einer der wichtigsten Abwehrmechanismen: Gedanken, Gefühle, Erinnerungen, verbotene Triebe und unangenehme, schmerzliche, angstauslösende Erfahrungen werden aus dem Bewusstsein gedrängt und ins Unbewusste verschoben. Besonders beschämende oder peinliche Erlebnisse können nur schwer erinnert werden, wodurch z.B. Scham, Schuld, Angst oder Minderwertigkeitsgefühle abgewehrt werden. Auf der einen Seite schützt uns die Verdrängung und auf der anderen Seite kann sie uns krank machen. Wenn Belastendes unbewältigt und unbearbeitet bleibt und Triebimpulse verdrängt werden, kommen sie u.a. in Krankheitssymptomen wieder zum Vorschein. Konflikte müssen ins Bewusstsein geholt werden, um sie zu verarbeiten.
Beispiel: Als Kind hatte eine Frau nach der Scheidung der Eltern gegenüber ihrer Mutter starke aggressive Impulse. Sie wünschte ihr den Tod und hatte deshalb Schuldgefühle. Als Erwachsene kann sie sich nicht mehr an die Situation von damals erinnern. Bei der Pflege ihrer Mutter kommt es jedoch zu Angstsymptomen und psychosomatischen Reaktionen. Die negativen Gefühle gegenüber der Mutter wurden von ihr in der Kindheit verdrängt. Es war einfacher, diese im Unterbewusstsein zu vergraben, als auch noch den möglichen Verlust der Zuneigung der Mutter zu verkraften.
➡️ Ein weiterer Abwehrmechanismus ist die Verschiebung: Triebe und Impulse gegenüber einer Person werden auf andere Personen oder ein Lebewesen übertragen. Dadurch wird das Ausleben des Impulses möglich, ohne dass die eigentlich gemeinte Person berührt wird und man folglich keine Sanktionen fürchten muss.
Beispiel: Der Ärger über den Chef wird nicht am Arbeitsplatz, wo die Gefühle entstehen, sondern zu Hause in der Familie ausgedrückt. Oder: Die Wut auf den eigenen Vater wird am Haustier ausgelassen.
Eine Aggressionsverschiebung kann sich auch gegen die eigene Person richten. Dies ist häufig der Fall, wenn die Aggression eigentlich einer wichtigen Bezugsperson gilt, aber das Ausleben diese Beziehung gefährden würde. Autoaggressionen haben häufig Appellcharakter, im Sinne von „Ich möchte gesehen und wahrgenommen werden“.
➡️ Die Projektion ist ebenfalls ein häufiger Abwehrmechanismus.: Unerlaubte und verdrängte Regungen, Eigenschaften, Schwächen oder Probleme, die eine Person bei sich selbst nicht akzeptieren kann, nimmt sie bei anderen Personen wahr und kritisiert sie.
Beispiel: Ein Mann hat Aggressionen gegenüber einem Kollegen und nimmt die eigene Aggressivität nicht bewusst wahr. Er erlebt seinen Kollegen als aggressiv, obwohl dieser es nicht ist. Oder: Wir nehmen es selbst nicht so genau mit der Wahrheit und unterstellen anderen häufig, dass sie lügen.
Es gibt noch unzählige weitere Abwehrmechanismen. Wir verleugnen, isolieren, intellektualisieren, kompensieren, identifizieren, vermeiden, dissoziieren,… u.s.f.
Wenn Abwehrmechanismen eine Extremform einnehmen und uns Probleme bereiten, sollten wir versuchen, diese zu erkennen und zu überwinden. Gerne unterstütze ich dich dabei ❤️
Sie zu kennen hilft, unser eigenes Denken, Fühlen und Handeln und das der anderen Menschen besser verstehen zu können.