Neubeginn

Alles steht in den Startlöchern: Die Pflanzen kämpfen sich durch das Erdreich hinaus ins Licht und wir Menschen freuen uns über den Anblick farbenfroher Frühlingsblumen. Die Säfte in den Bäumen steigen, ihre Knospen stehen kurz vor dem Aufbruch und es grünt und blüht überall.

Überall Neuanfang – überall Wachsen & Werden.

Diese geballte Energie von Mutter Natur ist in dieser Zeit besonders stark zu spüren. Jedes Jahr erwacht sie aufs Neue nach einer Zeit der Stille und verwandelt sich in ein Leben voll Fülle. 

Wir können uns von ihr anstecken und von der Kraft des Frühlings inspirieren lassen. Jetzt ist die Zeit, einen neuen Weg einzuschlagen. Die Welt mit neuen Augen zu sehen und offen zu sein für das, was das Leben für uns bereit hält. 

Was ist Naturtherapie?

„Naturtherapie ist ein von Wernher P. Sachon begründetes spezielles therapeutisches Verfahren, das den Erlebensraum Natur in die Psychotherapie integriert und dafür spezielle Instrumente und Methoden entwickelt hat. Die Naturtherapie, wie sie in den Naturtherapie-Zentren praktiziert wird, hat ein breites Spektrum an Indikationen. Sie ist angezeigt, wenn es darum geht, Prozesse der Erweiterung, Stärkung (Resilienz) und Reorganisation des Selbst zu fördern, inneres Wachstum und persönliche Entwicklung wieder in Gang zu bringen, Lebensübergänge und -krisen zu bewältigen, Genesungs- und Heilungsprozesse zu unterstützen und in meditativen Praxen Haltungen der Zentriertheit, der Gelassenheit und Achtsamkeit zu üben. Naturtherapie ist nicht nur präventiv wirksam, sondern auch ein hilfreiches Ergänzungsverfahren im klinischen Bereich, etwa bei Burnout, depressiven Störungen, Identitätsproblemen, in der Psychosomatik, nach schweren medizinischen Eingriffen u.a.. Als entwicklungsorientiertes therapeutisches Verfahren ist Naturtherapie besonders geeignet zur phasenspezifischen Begleitung von Kindern, Jugendlichen und auch alten Menschen.
Dabei geht es immer darum, den Menschen wieder in seiner eigenen Natur rückzubinden und in der Schicht des Lebens, in seiner Instinktnatur und Kreatürlichkeit zu verwurzeln. Durch die Befreiung unserer Natur können die selbstregulativen Prozesse unseres Organismus, die oft durch ein übermächtiges konstruierendes Ichbewusstsein behindert sind, wieder in Gang kommen und entscheidend dazu beitragen, zu einem gesunden psycho-somatischen Gleichgewicht zurückzufinden und dabei auch ein vollständigerer Mensch zu werden.

Der Therapieansatz

Naturtherapie ist entwicklungs- und beziehungsorientiert. Im Feld der großen psychotherapeutischen Schulrichtungen sind wir einer tiefenpsychologisch fundierten (z.B. Kohut, Jung) und existenziell-humanistischen (z.B. Dürckheim, Yalom) Ausrichtung zugehörig. Die therapeutische Beziehung ist der maßgebliche Bezugsrahmen für unsere Arbeit. Sie gibt Halt und Sicherheit und stellt einen offenen Raum für das dialogische Gespräch und das Erzählen und Ausloten der beim In-der-Natur-Sein gemachten Erfahrungen zur Verfügung. Wir unterstützen unsere Klienten dabei, in einen offenen und empfänglichen Zustand zu gelangen, der Natur und auch sich selbst gegenüber. Der therapeutische Modus der Naturtherapie ist nicht ‚Behandlung‘ oder ‚Training‘, sondern die ‚Begleitung‘ – eine Art der nicht-direktiven und unterstützenden personalen Beziehung auf einem Weg, auf dem wir als Therapeuten zwar der fachkundige Teil, jedoch als Menschen mit unseren Klienten ‚gemeinsam Reisende‘ (Yalom) sind.

Im Freien

Das therapeutische In-der-Natur-Sein ist vor allem eines: Ein Schritt ins Freie – wir lösen uns aus unserer alltäglichen Welt mit ihren Forderungen und Zwängen. Das Draußensein in naturnahen Landschaften wird so zu einem Freiraum, einem offenen Erlebensraum, zu einem ‚Schwellenraum‘. Wir folgen beim zielfreien Umherstreifen durch die Wälder, Fluren und Felder unserem Interesse und seiner frei schweifenden Aufmerksamkeit. So erhält auch unsere Seele wieder Spielraum für Bewegungen, die im Getriebe unseres Lebens in der technischen Zivilisation kaum mehr eine Chance haben, von uns bewusst erlebt zu werden. In dieser Verfassung des ‚Wegseins‘, des Freiseins von den Forderungen der Welt und des eigenen Ichs, sind wir besonders veränderungsbereit. Wir sind auch besonders empfänglich nicht nur für die physiologischen Einwirkungen, sondern auch für die seelischen Eindrücke der Natur: Für den inneren Widerhall, das Resonanzgeschehen, das sie in uns auslösen. In diesem mitschwingenden und mitklingenden Zustand wird auch unser vitaler psychische Kern, unser Kernselbstempfinden belebt und oft auf ganz neue Weise erfahrbar. Ein Sonnenuntergang im Spätherbst taucht eben nicht nur die Landschaft, sondern auch unser Selbst in ein güldenes Licht. Visionen unseres eigenen Lebens, Lebensträume, die wir schon vergessen haben, tauchen in diesem Licht wieder auf und wir können sie jetzt freundlich empfangen und schauen, was sie für uns heute bereithalten. Das Erleben von Menschen in der Natur in solch einer empfänglichen und resonanzfähigen Verfassung ist oft voller persönlicher Bedeutung, wird zum Symbol, das es dann zu verstehen gilt, wenn es sein sinnstiftendes, wandelndes oder heilsames Potenzial entfalten soll.

Erholung

Wirkliche Erholung (engl. recreation) ist seinem Wesen nach ein schöpferischer Prozess, ist Regeneration, Reorganisation unseres Selbst. Das Schöpferische ist ein Wesenszug der Natur. Erholung in diesem Sinn können wir durch Aktivitäten unseres Ichs zwar behindern oder fördern – herstellen, konstruieren können wir sie jedoch nicht. Sie erfordert von uns vielmehr eine Haltung der Gelassenheit – ich lasse mich selbst sein. Das ist die Grundvoraussetzung für Erholungsfähigkeit, für die Fähigkeit zur Regeneration an Leib, Geist und Seele. Wir erkennen wirkliche Erholung vor allem daran: Die Dinge ordnen sich wieder, unsere zentralen Bestrebungen und Prioritäten werden uns wieder deutlich. Unser Kernselbstempfinden rückt wieder in das Zentrum unserer Psyche, kann wieder zur orientierenden Mitte unseres Daseins und unseres Lebens werden. Das ist qualitativ eine andere Erfahrung als ein vorübergehender Zustand des Wohlgefühls und der Entspannung. Erholungsprozesse in diesem Sinn benötigen offene und freie Erfahrungsräume, benötigen Spielraum für die reorganisierenden Bewegungen des Selbst.

Naturspiritualität

Naturspiritualität zu entwickeln ist kein therapeutisches Ziel. Wenn Menschen jedoch ernsthaft Wandlung und Heilung anstreben, dann werden sie im Erlebensraum Natur oft ganz von selbst mit einer religiösen bzw. spirituellen Dimension des Menschseins in Berührung kommen. Das lateinische ‚natura‘ heisst Geburt, die ‚natura naturans‘ ist die schaffende, die schöpferische Natur, der ewige und zyklische Prozess des Geborenwerdens und Sterbens und Geborenwerdens. Wenn wir selbst mit diesem Prozess wieder in Berührung kommen, etwa im tiefen Miterleben der jahreszeitlichen Rhythmen und Zyklen, wenn wir wieder mitschwingen im Kreis der Natur, dann kann diese Tiefendimension des Menschseins wieder aufscheinen. Für manche Menschen ist es auch die Erfahrung der Stille, der unmittelbar erlebten Präsenz des Seins der Natur, die uns diese transzendente Dimension unseres Daseins wieder erschließt.
Vertrauen wir uns selbst dem Wirken der großen schöpferischen Natur wieder an, dann empfinden wir ein Kreaturgefühl, das Gefühl, selbst ein Geschöpf zu sein. Darin drückt sich keine Entmündigung unseres Ichs aus, sondern eine wiedergewonnene Verbundenheit mit dem großen Schöpferischen der Natur, mit der Quelle, die uns einst ins Leben getragen hat. Solche Erfahrungen, die Abraham Maslow ‚Peak-Experiences‘, Karlfried Graf Dürckheim ‚Seinserfahrungen‘ nannte, sind geeignet, uns auch im Alltag immer wieder daran zu erinnern, dass unsere Existenz untrennbar in eine Dimension eingebunden ist, die das bloße Funktionieren in und mit der Welt übersteigt. Eine gewisse Gelassenheit mag sich bei dieser Gewissheit einstellen – die Dinge können von daher immer wieder in eine Ordnung kommen. Deshalb bewundern wir die menschengemachten Werke der Technik zwar – aber die Werke der Natur verehren wir.“ (Dr. Wernher P. Sachon, Februar 2021, Naturtherapiezentren hier klicken)

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Unsere Zusammenarbeit

Egal mit welchem Anliegen du kommst: erst einmal kannst du alles erzählen, was dich gerade beschäftigt. So wie es dir in den Sinn kommt. Frei heraus! Es gibt kein richtig oder falsch, gut oder schlecht. Du kannst dich mit allem zeigen was da ist. Ich höre dir aufmerksam / aktiv zu – urteile und werte nicht. Vielleicht weißt du selbst nicht genau was los ist. Dann finden wir es gemeinsam heraus. Wir arbeiten immer im „Hier und Jetzt“.

Alles, was du mir erzählst, wird streng vertraulich behandelt!

„Therapie“ meint in seiner ursprünglichen Bedeutung übrigens „begleiten“ und ich sehe mich als eine Wegbegleiterin auf Zeit. Die Übergänge von Therapie und Coaching sind fließend – letztlich entscheiden deine mitgebrachten Themen, wie wir arbeiten.

Draußen in der Natur lade ich die zu passenden Übungen ein, die ich dir vorher genau erkläre. Wir stimmen immer ab, was für dich geht und was nicht. Auf meiner Homepage versuche ich zu erklären, was man unter Naturtherapie versteht. Trotzdem finde ich, dass man es schwer in Worte fassen kann und selbst erlebt haben muss.

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Wer kommt zu mir?

Es gibt Menschen…

… die ein konkretes Thema haben, zum Erstgespräch und anschießend zu einer längeren Übung in der Natur kommen. Bei dieser gewinnen sie die gewünschte Klarheit. Fertig. Manchmal fehlt uns eben einfach nur ein Impuls.

… die gezielt 2x im Jahr zu mir kommen. Sie wollen „dranbleiben“ und schauen, was sich im Frühling (Neubeginn) und Herbst (Loslassen) in ihrem Leben zeigen mag.

… die sich wünschen, dass ich sie über einen längeren Zeitraum begleite. In welchen Abständen wir uns treffen, wollen sie selbst bestimmen.

… die mich fragen, welche Abstände ich als sinnvoll erachte.

… die schon andere Therapien gemacht haben und froh sind, dass wir nicht nur reden, sondern auch draußen arbeiten.

… die nicht so gerne in die Natur gehen und das Gespräch in der Praxis vorziehen.

… und und und.

Das Erstgespräch ist kostenlos. Vereinbare einfach einen Termin und mache dir selbst ein Bild. Ich freue mich auf dich! ❤️

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Gesehen werden

Bindungserfahrungen in der Kindheit hinterlassen Spuren.Frühkindliche Erfahrungen vor dem dritten Lebensjahr formen die künftige Persönlichkeit des Menschen. Viele sind sich dessen nicht bewusst.

Als Baby brauchen wir Bezugspersonen, die uns halten und streicheln, um wieder zur Ruhe zu kommen. Wir benötigen erwachsene Menschen, die uns liebevoll begegnen, uns annehmen, willkommen heißen, sehen und spiegeln. Wenn wir uns richtig fühlen, können wir die Welt als sicheren Ort wahrnehmen. Nähe und Distanz, Erziehungsstil und Vorbildfunktion setzen elementare Meilensteine für unseren späteren Lebensweg. Sie sind entscheidend für unsere Beziehungen und unsere Fähigkeit, Emotionen und Stress regulieren zu können.

Fehlen die verlässlichen und liebevollen Bezugspersonen – aus welchen Gründen auch immer – kann das gravierende Folgen für unser weiteres Leben haben. Vielen ist dieser Zusammenhang nicht bekannt bzw. nicht bewusst. Manche KlientInnen kommen mit dem diffusen Gefühl zu mir in die Praxis, dass mit ihnen etwas nicht stimmt. Sie fühlen sich z.B. nicht richtig, wertlos oder auch wie abgetrennt.

Einige sind der Meinung, dass ihnen im Leben ja „nichts Schlimmes“ passiert sei und ihre Eltern es immer gut mit ihnen gemeint hätten. Oder aber sie denken, dass ihre Kindheit zwar schlimm war, aber es anderen ja noch viel schlechter ergangen ist.

Dabei kann ein Baby es tatsächlich als lebensbedrohlich empfinden, wenn es schreiend allein gelassen wird. Das Kind kann sich nicht selbst aus der schwierigen Situation befreien und ist auf Hilfe angewiesen. Unterbleibt diese, wird es zunehmend ängstlicher und gestresster. Irgendwann stellt es das Schreien durch Erschöpfung oder Resignation ein. Für ein Kleinkind kann es tiefgreifende Folgen haben, wenn sich die Bezugspersonen nicht kümmern konnten oder wollten. Aus welchen Gründen auch immer.

Es geht hierbei nicht um die Verurteilung der Eltern. Diese wussten es vielleicht einfach nicht besser oder sind unter ähnlichen bzw. noch schlimmeren Bedingungen aufgewachsen. Es geht vielmehr um ein Erkennen und Annehmen, dass diese „vermeintlichen Kleinigkeiten“ große Auswirkungen haben können.

Manche Menschen mussten den zwischenmenschlichen Kontakt als bedrohlich, unsicher oder überwältigend erfahren. Sie haben irgendwann beschlossen, nie wieder jemanden zu brauchen – um nicht erneut zurückgewiesen oder gedemütigt zu werden. Sie fürchten sich zu zeigen wie sie wirklich sind, weil sie damit schlechte Erfahrungen gemacht haben. Nähe löst bei ihnen Angst, Scham und Schuldgefühle aus. Sie haben zwar ein tiefes Bedürfnis danach, wollen aber auf keinen Fall abhängig, bedürftig oder hilflos sein.

Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die nicht alleine sein wollen. Die sich immer für das Leben in einer Beziehung entscheiden, auch wenn diese (wiederholt) sehr einseitig ist oder ihnen nicht wirklich gut tut. Aus Angst verlassen zu werden, versuchen sie trotzdem alles recht zu machen und geben sich dabei vollkommen auf.

Nicht wenige haben sich tatsächlich von sich selbst bzw. ihren Gefühlen abgetrennt. In der Kindheit war dies ein sinnvoller Schutzmechanismus, um alles auszuhalten und zu überleben. Als Erwachsene funktionieren sie nur noch, sind häufig angespannt, erschöpft und unzufrieden. Dabei sehnen sie sich nach einem authentischen Leben voller Lebendigkeit, Freiheit und Geborgenheit.

Die gute Nachricht ist, dass wir die Versäumnisse unserer Bezugspersonen von damals auch noch als Erwachsener nachholen können, indem wir neue Erfahrungen machen und alte Verletzungen integrieren. Wir regulieren uns, wenn wir das Gefühl haben, dass ein anderer Mensch ganz präsent für uns da ist. Dass wir gesehen und gehört werden – ohne dafür etwas leisten oder irgendwie sein zu müssen. Auf diese Weise finden wir wieder zu uns selbst und nehmen unsere Bedürfnisse und Wünsche wahr. Unsere Fähigkeit zur Selbstregulation bestimmt, wie glücklich und zufrieden wir sind. Wie wir auf Anforderungen von Außen reagieren, wie wir mit uns und unseren Bedürfnissen umgehen. Wie gut wir mit uns alleine sein oder mit anderen agieren können. Sie basiert auf der Fähigkeit, sich selbst zu beruhigen oder selbst zu motivieren, um auch in schwierigen Lebensphasen handlungsfähig zu bleiben.

Mit einer guten Selbstregulation haben wir ein gutes Grundgefühl, was unser eigenes Leben betrifft. Wir fühlen uns meist wohl in unserer eigenen Haut – sind offen, neugierig und freudig. Diese Haltung der Offenheit, Neugier, Freude und auch Präsenz wird bei der Naturtherapie geübt. Dadurch wird unsere ursprüngliche Empfindungs- und Spürfähigkeit, sowie die natürliche Fähigkeit zur Selbstregulation gestärkt.

Ich unterstütze dich bei der Integration deiner Erfahrungen, damit diese heilsam in deinem Leben wirken können. Dies geschieht in einem Dialog auf Augenhöhe – von Mensch zu Mensch – durch empathisches und wertfreies Spiegeln.

Du kannst ausgetretenen Wege verlassen, neue beschreiten und so deine Spuren hinterlassen.

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Selbstregulation

„Selbstregulation“ ist ein Begriff, den viele von euch eventuell noch nie gehört haben.
Selbstregulation ist ein Sammelbegriff für Fähigkeiten, mit denen Menschen ihre Aufmerksamkeit, Emotionen, Impulse und Handlungen steuern. Sie bestimmt unter anderem, wie wir auf stressige Situationen reagieren, wie gut wir Impulse regulieren und wie gut wir sozial interagieren können.
Ohne gute Selbstregulation re-agieren wir meist nur noch auf Anforderungen von außen. Zwangsläufig haben wir das Gefühl, dass das Leben uns steuert und wir das Ruder nicht selbst in der Hand halten. Wir werden unzufrieden, fühlen uns erschöpft und freudlos. Befinden uns nur noch im Funktionsmodus. Häufig verlieren wir unser Körpergefühl, sind permanent innerlich angespannt und bemerken dies erst, wenn sich somatische Symptome zeigen.
Mit einer guten Selbstregulation haben wir auch ein gutes Grundgefühl, was unser eigenes Leben betrifft. Wir fühlen uns meist wohl in unserer eigenen Haut – sind offen, neugierig und freudig.
Diese Haltung der Offenheit, Neugier, Freude und auch Präsenz wird bei der Naturtherapie geübt. Dadurch wird unsere ursprüngliche Empfindungs- und Spürfähigkeit, sowie die natürliche Fähigkeit zur Selbstregulation gestärkt.

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Salotugenese

Aaron Antonowsky, ein Medizinsoziologe und Stressforscher, prägte den Begriff der Salutogenese. Im Gegensatz zur Pathogenese, die sich mit der Entstehung von Krankheit beschäftigt, interessiert sich die Salutogenese dafür, was den Menschen gesund hält.

Antonowskys Metapher finde ich wunderbar: „Meine … Annahme ist, dass der Fluss der Strom des Lebens ist. Niemand geht sicher am Ufer entlang. Darüber hinaus ist für mich klar, dass ein Großteil des Flusses sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinn verschmutzt ist. Es gibt Gabelungen im Fluss, die zu leichten Strömungen oder in gefährliche Stromschnellen und Strudel führen. Meine Arbeit ist der Auseinandersetzung mit folgender Frage gewidmet: Wie wird man, wo immer man sich in dem Fluss befindet, … ein guter Schwimmer?“

Salutogen ausgerichtete Heilverfahren – zu denen auch die Naturtherapie zählt – zielen darauf ab, nicht nur kranke Anteile zu lindern, sondern gesunde Anteile aufzufinden und zu fördern ❤️

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Wegweiser

Es ist eher unwahrscheinlich, dass uns bei einer naturtherapeutischen Übung ein wegweisender Papagei begegnet 😉 Es ist jedoch möglich, dass uns ein Vogel anspricht. Nicht in dem Sinne, dass er etwas zu uns sagt. Er spricht unser Wesen an und berührt uns tief im Inneren ❤️ Dieser Erfahrung des Angesprochen-Seins und Berührt-Werdens können wir nachspüren: Welche Wirkung hat sie auf mich? Wie fühlt es sich an? Was zeigt sich in mir?

Vielleicht spüren wir durch eine kleine Feder unsere Sehnsucht nach mehr Leichtigkeit. Oder ein sehr lebendiger, zwitschernder Vogel lässt uns unsere eigene Lebendigkeit spüren. Es kann durchaus auch sein, dass wir erst einmal nicht wissen, was genau uns zu ihm hingezogen hat. Um uns selbst in unserem eigenen Erleben tiefer zu erkennen und auch wandeln zu lassen,  muss das Erlebte in die menschliche Beziehung gebracht werden. Erst wenn wir uns einem anderen Menschen mitteilen können, gesehen und gespiegelt werden, bringen wir es ins Leben.

Den eigenen Weg finden

Viele von euch haben sicherlich schon einmal etwas von Tanz-, Mal-, oder Musiktherapie gehört. Die Naturtherapie ist noch relativ unbekannt und das darf sich ändern 😊

Bei Naturtherapeuten gibt es sowohl Indoor- als auch Outdoor-Sitzungen. Der Wald ist für uns sozusagen ein lebendigen Praxisraum. Dort haben wir Menschen einen räumlichen und seelischen Abstand zu unseren Alltagsproblemen und beim Gehen können Prozesse leichter in Gang gesetzt werden.

Die „Sitzung“ draußen kann folgendermaßen ablaufen: Du kommst mit deinem Anliegen (Problem, Frage,… etc.) zu mir, wir laufen gemeinsam ein Stück in den Wald hinein und reden über das, was dich gerade beschäftigt. Wenn ich dich zu einer Übung einlade und du damit einverstanden bist, trennen sich unsere Wege für kurze Zeit.

Dann überschreitest du eine Grenze zwischen Alltagswelt und dem Wald als Wandlungs- und Heilraum. Das klingt vielleicht etwas esoterisch, ist es aber nicht. Du veränderst beim bewussten Eintreten in den sog. „Schwellenraum“ deine innere Haltung und lässt dich von deinem Gefühl leiten. Auf diese Weise findet dein Unterbewusstsein den für dich passenden Platz. Anfangs weißt du vermutlich nicht einmal, warum du diesen ausgesucht hast. Wenn du dort verweilst, wird sich dein Thema zeigen. Auch unbewusste, belastende Konflikte können dir bewusst werden.

Vielleicht fühlst du dich von einem „Naturgegenstand“ magisch angezogen. Er rührt etwas in dir an und du möchtest dich näher damit beschäftigen. Dieser Gegenstand wird zum Symbol, weil du ihn unbewusst mit einem Sinn zusammenbringst und mehr darin siehst, als das Offensichtliche. Er ist für dich bedeutungsvoll. Seine tiefere Bedeutung kannst du im anschließenden Therapiegespräch erfahren. Über die Auseinandersetzung mit dem Symbol kannst du Antworten finden und wirst dir deinem eigenen Entwicklungsprozess bewusst.

Eine Naturerfahrung kann uns den nächsten Schritt aufzeigen.

Ein Klientin grübelte seit Wochen über eine berufliche Veränderung. Bei der Übung zog es sie in einen sehr geordneten Wald. Dort setzte sie sich auf die Wurzel eines Baumes, lehnte sich am Stamm an und ließ die Umgebung auf sich wirken. Sie fühlte sich wohl. In diesem Moment wurde ihr bewusst, dass Ordnung und Struktur eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielten. Diese gaben ihr Sicherheit. Sie entschied sich gegen den Schritt in die Selbstständigkeit, weil diese – zumindest aktuell – mit zu vielen Unsicherheiten verbunden war.

Ein sehr leistungsorientierter Klient fühlte sich müde und erschöpft. In der Natur musste er eigentlich auf niemanden reagieren und niemandem etwas beweisen. Trotzdem hatte er auch im Wald einen hohen Anspruch an sich selbst. Er verhielt sich in charakteristischer Art und Weise! Nach dem Motto: „Meine Übung muss besonders gut werden.“ Im Therapiegespräch konnten die starren Verhaltensmuster erkannt und nach und nach gelockert werden.

In der Natur können wir neue Erkenntnisse gewinnen und uns Klarheit verschaffen. Wir können zu uns selbst finden, festen Boden unter den Füßen gewinnen und unseren Weg zuversichtlich weitergehen

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Helden

Wir haben auch keine Zauberformel, die alles wieder ins rechte Lot rückt.

Therapeuten sind Wegbegleiter, die Möglichkeiten der Veränderung aufzeigen. Den Weg muss aber jeder Mensch selber gehen.

Dr. Wernher Sachon sagt über die Naturtherapie: „Therapie“ im hier verwendeten Sinne (…) meint ein „Begleiten“, d.h. eine personale und dialogische Beziehung zu einem anderen Menschen, die einen hilfreichen Kontext für Selbsterkenntnis und Veränderung, für Entwicklung und Gesundung zur Verfügung stellt.“

Die Klienten sind Helden, wenn sie mutig den nächsten Schritt wagen, sich entscheiden und handeln.

Lebendiger Praxisraum

Im Wald haben wir einen räumlichen und seelischen Abstand zu unseren Alltagsproblemen. Wir sind darüber hinaus den Lebensprozessen des Werdens und Vergehens nah. Das setzt Kräfte frei, die uns dabei helfen, vieles im Leben wieder klarer zu sehen.

Wenn wir uns von bestimmten Vorstellungen und vorgefassten Konzepten lösen, kann ein Dialog zwischen innerer und äußerer Natur stattfinden. Wir lassen die Dinge auf uns zukommen, gehen in Resonanz und können Neues erfahren.

Und ganz nebenbei kommt bei der Bewegung draußen der Kreislauf in Schwung, die Atmung vertieft sich, der Körper schüttet stimmungsaufhellende Substanzen aus (Serotonin, Endorphine, Noradrenalin) und unser Stresshormonspiegel sinkt. Wir entspannen ❤️