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Der erste Schritt

Wage den ersten Schritt auf deinem Weg in ein selbstbestimmtes und selbstwirksames Leben. Jeder Mensch trägt die Fähigkeit zu Wachstum und Selbstverwirklichung in sich. Zusammen machen wir uns auf und packen deine Themen bei der Wurzel. Bei unserer Zusammenarbeit liegen mir ein lebendiger, klarer und einfühlsamer Kontakt sowie eine respektvolle, wertschätzende und professionelle Haltung am Herzen. Die Entscheidung, etwas verändern zu wollen, ist schon der erste Schritt. Im zweiten Schritt kannst du einen Termin für ein kostenloses und unverbindliches Erstgespräch mit mir vereinbaren.

🍀 Du kannst dir Klarheit verschaffen, wenn das Leben verwirrend scheint.
🍀 Lebensmuster erkennen und Blockaden lösen.
🍀 Gefühle und Verstand in Einklang bringen.
🍀 Vertrauen in deine eigenen Kompetenzen gewinnen.
🍀 Deinen Selbstwert stärken und dein Potential frei entfalten.
🍀 Deinen eigenen Weg – in deinem Tempo – gestärkt weitergehen.
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Schuld integrieren

Ich bekenne mich sofort schuldig, dass dieser Beitrag etwas einseitig wird 😉 Zu meiner Entschuldigung kann ich sagen, dass das heutige Thema „Schuld“ sehr komplex ist, da es eng mit religiösen, juristischen, moralischen, psychologischen,… etc. Vorstellungen verknüpft ist 😇 Deshalb nenne ich nur einen Teilaspekt, der mir in der Praxis immer wieder begegnet. Es geht mir dabei in erster Linie darum ansatzweise zu erläutern, wie Schuldgefühle entstehen und wie sie sich auf unser Leben auswirken können.
 
Viele von uns plagen sich irgendwann einmal mit Schuldgefühlen, weil wir etwas getan oder nicht getan, gesagt oder nicht gesagt haben. Eine Schuld entsteht, wenn wir ein juristisches, moralisches oder allgemein anerkanntes Gesetz brechen. Ein Schuldgefühl entsteht aber nur dann, wenn wir diese – geschriebenen oder ungeschriebenen – Gesetze auch verinnerlicht haben. Wenn wir glauben, etwas falsch gemacht zu haben oder für etwas Negatives verantwortlich zu sein. In der Folge verurteilen wir uns selbst.
 
Es gibt „gesunde/berechtigte Schuldgefühle“ mit tatsächlicher Schuld (ohne diese die Welt schnell im Chaos versinken würde). Wenn wir Grenzen überschritten, jemandem Schaden, Schmerz oder Unrecht zugefügt haben. Es gibt aber auch „ungesunde/unberechtigte Schuldgefühle“ ohne wirkliches Fehlverhalten. Aufgrund innerer Konflikte haben wir lediglich das Gefühl, schuldig geworden zu sein.
 
Kinder glauben häufig zu Unrecht, dass sie etwas verursacht haben oder etwas hätten verhindern können. Als Erwachsene kämpfen Menschen dann mit unbewussten Schuldgefühlen, deren Wurzeln in der Kindheit und Jugend liegen.
 
➡️ Laut des bekannten Psychoanalytikers Erik Erikson tritt das Schuldgefühl zwischen dem 4. und 6. Lebensjahr in unser Leben. Bereits der Fötus im Mutterleib spürt, ob sich die Eltern über das Geschlecht des Kindes freuen oder nicht. Wenn die Realität nicht dem Wunsch entspricht und dies ein oder beide Elternteile sehr traurig macht, spricht man heute von „Gender disappointment“ – der Enttäuschung über das Babygeschlecht. Negative Gefühle der Mutter übertragen sich auf das Ungeborene. Später haben die Kinder feine Antennen, wie die Menschen in ihrem Umfeld zu ihnen eingestellt sind. Das falsche Geschlecht zu haben – was nach wie vor häufiger bei Mädchen der Fall ist – führt bei vielen Kindern dazu, dass sie sich später schuldig fühlen.
 
➡️ Ein Kind erfährt, dass es weder geplant noch gewollt war. Die Eltern heirateten aufgrund der Schwangerschaft viel zu jung, stritten permanent und ließen sich schließlich wieder scheiden. Ein Scheidungskind fühlt sich schuldig – sowohl für den Streit als auch für die Trennung. Es versucht alles wiedergutzumachen, indem es sich z.B. um die Mutter kümmert, besonders brav und pflegeleicht ist.
 
➡️ Kinder, die misshandelt oder missbraucht worden sind, geben sich häufig eine Mitschuld. Auf der einen Seite, weil diese Empfindung vom Täter geschürt wird. Auf der anderen Seite, weil ein völliger Kontrollverlust über eine solche Situation psychisch kaum zu verkraften ist. Deshalb reden sie sich ein, dass es ihr eigener Wille, ihre eigene Schuld gewesen ist.
 
➡️ Kinder haben erst einmal einen ganz gesunden Egoismus und wollen tun was ihnen Spaß macht. Durch die Erziehung erlangen sie die Fähigkeit, sich gesellschaftlich angepasst zu verhalten. Es entsteht allerdings ein innerer Konflikt zwischen dem was sie wollen und dem, was die anderen von ihnen verlangen. Setzen sie ihren eigenen Kopf durch, kann dies zu Schulgefühlen führen. Tun sie was die anderen wollen, sind sie unglücklich – weil sie gegen die eigenen Interessen gehandelt haben. In ihnen streiten sich somit zwei Persönlichkeitsanteile. Dieser Streit setzt sich im Erwachsenenalter fort. Viele müssen dann z.B. das Neinsagen ohne schlechtes Gewissen erst einmal lernen.
 
Haben wir tatsächlich einen Fehler gemacht, können wir aus diesem lernen und es künftig besser machen: Verantwortung übernehmen, Reue zeigen und uns aufrichtig entschuldigen. Wir lernen dadurch etwas über uns selbst und über den Umgang mit unseren Mitmenschen. Über unsere eigenen und über deren Grenzen. Ohne Schuldgefühle wäre das menschliche Zusammenleben äußerst schwierig. Vielleicht sogar unmöglich. Sie verhindern, dass man Regeln oder Gesetze wiederholt bricht.
 
Zum Schluss möchte ich noch die „existenzielle Schuld“ des Menschen erwähnen, die Irvin D. Yalom – einer der bedeutendsten Psychotherapeuten des 20. Jahrhunderts – beschreibt. Dabei geht es um den Umgang mit der eigenen Freiheit, die ein Mensch hat. Jeder von uns hat einen „angeborenen Vorrat an Fähigkeiten und Potentialen und hat außerdem ein ursprüngliches Wissen um diese Potentiale“. Jemand, der es versäumt, so erfüllt wie möglich zu leben, erfährt ein tiefes, mächtiges Gefühl von existenzieller Schuld. Hierzu schreibt er folgende Geschichte: Rabbi Susya sagte: „Wenn ich in den Himmel komme, werden sie mich nicht fragen: ‚Warum warst Du nicht Moses?‘ Stattdessen werden sie fragen: ‚Warum warst Du nicht Susya?`“
 
Schuldgefühle entstehen somit auch dann, wenn die eigenen Bedürfnisse über einen längeren Zeitraum hinweg unterdrückt worden sind und man seine eigenen Potenziale nicht gelebt hat.
 
Viele Menschen haben schlichtweg vergessen und müssen erst einmal (wieder) herausfinden, was sie eigentlich wollen. Was ihnen Freude bereitet und ihrem Leben einen Sinn gibt.
 
Wenn wir uns selbst besser kennen, gelingt uns auch immer besser, mit uns selbst und anderen weniger streng ins Gericht zu gehen.
 
Wir können unseren „emotionalen Rucksack“, den wir mit durchs Leben schleppen, bewusst machen. Uns mit ihm auseinandersetzen, ihn leeren und leichter machen. Uns selbstfürsorglich und selbstverantwortlich von negativen Glaubenssätzen, Gedanken & Gefühlen befreien.
 
Es läuft sich besser mit leichtem Gepäck.
 
Manchmal brauchen wir hierfür Unterstützung von außen. Gerne begleite ich dich ein Stück auf deinem Weg in ein leichteres & erfüllteres Leben ❤️
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Unsere Zusammenarbeit

Egal mit welchem Anliegen du kommst: erst einmal kannst du alles erzählen, was dich gerade beschäftigt. So wie es dir in den Sinn kommt. Frei heraus! Es gibt kein richtig oder falsch, gut oder schlecht. Du kannst dich mit allem zeigen was da ist. Ich höre dir aufmerksam / aktiv zu – urteile und werte nicht. Vielleicht weißt du selbst nicht genau was los ist. Dann finden wir es gemeinsam heraus. Wir arbeiten immer im „Hier und Jetzt“.

Alles, was du mir erzählst, wird streng vertraulich behandelt!

„Therapie“ meint in seiner ursprünglichen Bedeutung übrigens „begleiten“ und ich sehe mich als eine Wegbegleiterin auf Zeit. Die Übergänge von Therapie und Coaching sind fließend – letztlich entscheiden deine mitgebrachten Themen, wie wir arbeiten.

Draußen in der Natur lade ich die zu passenden Übungen ein, die ich dir vorher genau erkläre. Wir stimmen immer ab, was für dich geht und was nicht. Auf meiner Homepage versuche ich zu erklären, was man unter Naturtherapie versteht. Trotzdem finde ich, dass man es schwer in Worte fassen kann und selbst erlebt haben muss.

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Wer kommt zu mir?

Es gibt Menschen…

… die ein konkretes Thema haben, zum Erstgespräch und anschießend zu einer längeren Übung in der Natur kommen. Bei dieser gewinnen sie die gewünschte Klarheit. Fertig. Manchmal fehlt uns eben einfach nur ein Impuls.

… die gezielt 2x im Jahr zu mir kommen. Sie wollen „dranbleiben“ und schauen, was sich im Frühling (Neubeginn) und Herbst (Loslassen) in ihrem Leben zeigen mag.

… die sich wünschen, dass ich sie über einen längeren Zeitraum begleite. In welchen Abständen wir uns treffen, wollen sie selbst bestimmen.

… die mich fragen, welche Abstände ich als sinnvoll erachte.

… die schon andere Therapien gemacht haben und froh sind, dass wir nicht nur reden, sondern auch draußen arbeiten.

… die nicht so gerne in die Natur gehen und das Gespräch in der Praxis vorziehen.

… und und und.

Das Erstgespräch ist kostenlos. Vereinbare einfach einen Termin und mache dir selbst ein Bild. Ich freue mich auf dich! ❤️

Aktuelle Info zu COVID-19

Die Praxen der HeilpraktikerInnen für Psychotherapie gehören zu den „Einrichtungen des Gesundheitswesens“ und werden folglich nicht geschlossen. Aussage der Bundesregierung: „Alle Einrichtungen des Gesundheitswesen bleiben unter Beachtung der gestiegenen hygienischen Anforderungen geöffnet.“ Quelle: https://www.vfp.de/aktuelles/news/1492-coronakrise.html

Die Corona-Krise hat unseren Lebensalltag komplett verändert. Die sozialen Einschränkungen durch das Kontaktverbot, die Sorgen um die Gesundheit und um die Zukunft belasten viele Menschen. Es ist ganz normal, in der momentanen Situation große emotionale Reaktionen zu zeigen. Sei es in Form von Stress, Angst, Sorge oder Trauer. Diese gilt es wahrzunehmen und nicht zu verdrängen. Auszudrücken statt wegzudrücken. In dieser Zeit ist „Psychohygiene“ ebenso wichtig wie die körperliche Hygiene. „Die Seele leidet und der Körper schreit auf.“ – so lässt sich umgangssprachlich der Wirkmechanismus der Psychosomatik erklären. Damit das nicht passiert, müssen wir besonders gut für uns sorgen. Manchmal tut es schon gut, einfach ein Tagebuch zu führen und sich alles von der Seele zu schreiben. Oder mit nahestehenden Personen darüber zu sprechen. Reicht dies nicht aus, begleite ich dich gerne ein Stück deines Lebensweges durch diese Corona-Zeit.

Aktuell biete ich nur Einzeltermine in der Natur an! Unter Einhaltung der Hygienevorschriften: Händeschütteln bei der Begrüßung wird vermieden und wir halten einen Mindestabstand von 1,5 – 2m.

Voraussetzung: Wir sind beide gesund. Auch du hattest keinen Infektionsfall in deinem persönlichen Umfeld und hast selbst keine Symptome einer COVID-19-Infektion.

Bei Fieber, Husten, Kurzatmigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Schnupfen, wende dich bitte telefonisch an deinen behandelnden Arzt oder das Gesundheitsamt.

Du oder Sie?

Auf meiner Homepage begrüße ich die Besucher mit den Worten: „Schön, dass du da bist!“ Als ich meine Website erstellt habe, war das „Sie“ für mich selbstverständlich. Schließlich kenne ich meine potenziellen Klienten noch nicht persönlich.

Dann kam mein Blog hinzu, den ich auf Facebook teilen wollte und plötzlich fühlte sich die Sie-Form nicht mehr stimmig an. Ich schaute mir andere Seiten an, um mir einen Eindruck zu verschaffen und entdeckte dabei folgende Anreden:

  • durchgängig entweder per Du oder per Sie
  • das verallgemeinernde „man“
  • „du“ und „Sie“ auf einer Seite.

Schließlich entschied ich mich doch für das „Du“.

In Deutschland überschreitet ein Therapeut, der sich von seinem Klienten duzen lässt, ein ungeschriebenes Gesetz. Die privat klingende Anrede könnte die beruflich-therapeutische Beziehung verletzen.

Das sehe ich anders.

Menschen sind unterschiedlich und haben folglich z.B. auch verschiedene Nähe-Distanzbedürfnisse. Um eine bestmögliche Übereinstimmung zu erreichen, hilft ein offenes Gespräch. Wir führen in der Therapie einen Dialog auf Augenhöhe – von Mensch zu Mensch. Ob nun per Sie oder per Du spielt für mich eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist, dass es für beide Seiten passt.

Therapie ein Tabuthema?

Glücklicherweise hat sich die Einstellung in unserer Gesellschaft diesbezüglich geändert. Aber es gibt immer noch Menschen, die Vorurteile haben und Psychotherapie tabuisieren. Nach dem Motto: „So etwas brauche ich nicht und außerdem haben diese Psychiater doch selbst einen an der Klatsche!“

Das mag sein, denn Therapeuten sind eben auch nur Menschen 😉

Jeder hat in seinem Leben irgendwann einmal schwierige Phasen, in denen er nicht mehr weiter weiß und buchstäblich aus der Bahn geworfen wird. Das ist normal und gehört zum Menschsein dazu. Manchmal enden diese Krisen ganz von selbst und häufig helfen Gespräche mit vertrauten Personen. Ein empathisches Gegenüber wirkt wie Balsam für die Seele: Gedanken können offen ausgesprochen und das Gefühlschaos kann geordnet werden.

Viele Menschen erleben Zustände, in denen sie wie aus heiterem Himmel ihre Handlungsfähigkeit verlieren. Dann entsteht plötzlich eine große Erschöpfung und innere Leere. Sie werden regelrecht von ihren Emotionen überwältigt – wissen nicht, woher diese kommen und wozu sie gut sein sollen. Bleiben die Versuche, das Problem alleine oder mit Hilfe des Umfelds zu lösen erfolglos und wächst der Leidensdruck, sollte eine therapeutische Beratung in Betracht gezogen werden.

Sich professionelle Hilfe zu suchen ist kein Zeichen von Schwäche – ganz im Gegenteil! Dazu gehört meistens Mut und Selbstüberwindung.

Typische Ziele von Psychotherapie sind übrigens: wieder zu Kräften zu kommen, die Lebensqualität zu steigern und wieder selbstbestimmt leben zu können.

Eine junge Frau hat ihre Sicht der Dinge in nachfolgendem Zeitungsartikel wunderbar beschrieben:

„14 weit verbreitete Irrtümer über die Psychotherapie“ 

„Hört man einen Freund sagen, er habe einen Arzttermin, so denken die wenigsten von uns, dass dieser Freund unglaublich reich, schwach oder gar verrückt sein muss. Ist es nicht das, was man tun sollte, wenn man sich verletzt hat oder sich nicht wohl fühlt?

Wenn aber jemand einen Therapeuten aufsucht, sind die meisten Menschen doch sehr vorschnell mit ihrem Urteil.

„Ich mache eine Therapie“

Ich spreche ganz offen darüber, dass ich eine Therapie mache. Doch obwohl meine Freunde und meine Familie fest hinter mir stehen und mich unterstützen, so stellen sie doch, genau wie die Menschen im Allgemeinen, Fragen oder lassen hier und da eine Bemerkung fallen, die mir zeigt, dass es doch nicht so normal oder landläufig akzeptabel ist, eine Therapie zu machen, wie ich gehofft hatte.

Ich weiß, dass meine Freunde und meine Familie es gut meinen, und ich weiß mich glücklich zu schätzen. Und doch gibt es diese eine Sekunde, zwischen der Aussage „Ich mache eine Therapie“ und einer höflichen (aber oft uniformierten) Reaktion darauf, die mir zeigt, dass die Vorurteile immer noch existieren.

Vorurteile und falsche Vorstellungen

All die Fragen und Gedanken, die einem plötzlich durch den Kopf schießen, führen unweigerlich zu einer leichten Veränderung in der Haltung und einem Unbehagen, das sich in den Augen widerspiegelt.

Das Vorurteil lebt in der Dunkelheit dieser einen Sekunde, gemeinsam mit einer alles einnehmenden Angst, wenig Verständnis und einer allgemeinen Ignoranz. Ihre Komplexität muss gebrochen werden, damit wir von neuem beginnen und unsere Gedanken zu Therapien und geistiger Gesundheit noch einmal neu ordnen können.

Um also einmal ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen, möchte ich hier einige Punkte zu falschen Vorstellungen über Menschen, die eine Therapie machen, ansprechen, und hoffe, so auch ein Bewusstsein für dieses Thema schaffen zu können.

  1. Wir sind schwach. 

Tatsächlich ist es so, dass es eine Menge Mut und Stärke erfordert, diesen Schritt zu gehen. Oft haben mir Menschen gesagt, dass es doch sicher ganz nett ist, sich nur eine Stunde in der Woche mit seinen Problemen auseinanderzusetzen. Es ist ganz nett. Aber es ist auch die emotional anstrengendste Stunde der Woche.

Man muss offen dafür sein, sich mit jeder einzelnen Ecke des Kopfes und des Herzens zu befassen. Absolut offen für Ängste, Wahrheiten und Erfahrungen sein, um das meiste aus der Therapie herauszuholen.

Das erfordert Kraft. Kraft, seine eigenen emotionalen und geistigen Grenzen zu erkunden, in Richtungen geführt zu werden, die man sonst nicht einschlagen würde. Die Kraft zu lernen und ganz aktiv nach einem besseren Ort für sich zu suchen.

  1. Wir sind verrückt.

Ganz gleich ob jemand, der eine Therapie macht, geistig nicht gesund ist oder einfach Hilfe sucht, um mit übermächtigen Gefühlen umgehen zu können: Verrückt ist niemals das richtige, angemessene Wort.

Es verstärkt lediglich die Vorurteile und führt dazu, dass manche Menschen niemals die Kraft finden, sich die Hilfe zu holen, die sie brauchen, um den Frieden zu finden, den sie verdienen.

  1. Wir verschwenden unser Geld. 

Wir alle geben Geld aus und setzen dabei unsere eigenen Prioritäten. Manche geben Geld für einen Personal Trainer aus, um körperlich fit zu sein.

Das Geld, das ich für meine Therapie ausgebe, sehe ich als eine Investition in meine Gesundheit und meine persönliche Entwicklung.

  1. Wir sind reich.

Ja, so eine Therapie kann kostspielig sein, aber es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Therapie zu bezahlen. Die meisten Therapeuten, soweit ich es in Erfahrung bringen konnte, stimmen einer Staffelung der Bezahlung zu, sollte die Versicherung keine Option sein.

Viele Firmen und Schulen bieten ihren Angestellten und Studenten und Schülern kostenlose Therapiestunden.

  1. Wir haben kein gutes Netzwerk aus Freunden und Familie.

Eine Therapie zu machen geht manchmal mit der Vorstellung einher, dass derjenige über kein gutes soziales Netzwerk verfügt. Die Therapie ist kein Ersatz für eine Freundschaft, und der Therapeut ist kein Freund.

Freundschaften laufen in beide Richtungen, das kann manchmal zu einer etwas voreingenommenen Sichtweise, was Erfahrungen und Erlebnisse betrifft, führen. Die Therapie ist eine einseitige Beziehung zu einer Fachperson, die dir dabei hilft, deine Probleme zu bewältigen.

Weiter bedeutet es keineswegs, dass jemand, der eine Therapie macht, kein gutes Verhältnis zu seinen Eltern hat. Ja, wir erlernen schon früh gewisse Fähigkeiten, lernen grundlegende Dinge über Beziehungen, unsere Bedürfnisse und die Welt allgemein.

Aber nicht alles, was uns im Rest unseres Lebens widerfährt, lässt sich auf die Beziehung zu unseren Eltern zurückführen. Das bringt mich zu meinem nächsten Punkt…

  1. Wir reden über dich.

Fragt nicht danach, was unser Therapeut über euch weiß. Wahrscheinlich werdet ihr nie überhaupt ein Thema sein, aber selbst wenn es so sein sollte, dann geht euch das nichts an. Stellt außerdem nie eure Gefühle in einer Unterhaltung zurück, macht sie nicht klein, indem ihr etwas wie „Du redest bestimmt mit deinem Therapeuten darüber, oder?“ sagt.

Die Therapie ist ein heiliger Ort, an dem Menschen über ihre Gefühle und ihre Beziehungen zu wemauchimmer und wasauchimmer sprechen. Wenn wir das unserem Therapeuten gegenüber erwähnen, dann gibt es einen guten Grund dafür. Die Therapie ist kein Kaffee-Klatsch.

  1. Es gab einen bestimmten Auslöser für die Therapie.

Veränderung wird meistens durch etwas bedingt. Ob es nun eine traumatische Erfahrung ist, oder eine Beziehung, die nicht mehr funktioniert. Oder ob man einfach mit dem täglichen Leben überfordert ist.

Es gibt viele Gründe dafür, weshalb sich jemand zu einer Therapie entschließt. Es gibt keine klare Liste mit Antworten, die stets parat ist und aus der man auswählen kann, eine Liste die einem das „OK“ für die Therapie gibt.

Und es ist wichtig, sich vor Augen zu führen, dass die Gründe, weshalb man sich in Therapie begibt, dynamisch sind.

Eine bestimmte Erfahrung mag der Auslöser sein, aber im Laufe der Therapie kann sich etwas ganz anderes als Kern herausstellen.

  1. Wir sind in einer „schwierigen Phase“.

Man muss sich nicht zwangsläufig in einer „schwierigen Phase“ befinden, um eine Therapie zu beginnen. Wie im vorherigen Punkt bereits angesprochen, gibt es für die Therapie meist einen Auslöser, aber es kann auch eine Anhäufung verschiedener Erfahrungen und Gefühle sein.

Ich bin eine glückliche, gesunde Frau Mitte 20, stehe mit beiden Beinen im Beruf und meine Beziehungen und Hobbies leiden nicht. Und jede Woche gehe ich glücklich in die Therapie.

Warum? Wie ich bereits schrieb, die Gründe für die Therapie sind dynamisch, und momentan bin ich der Meinung, dass es noch so viel gibt, dass ich über mich selbst lernen muss, z.B. wie ich mit bestimmten Gefühlen, Bedürfnissen und Situationen umgehen kann.

  1. Es gibt einen bestimmten Zeitrahmen für die Therapie.

Es wird viel darüber diskutiert, was die angemessene Länge für eine Therapie ist. Ich persönlich bin seit sechs Monaten in Therapie, und es geht noch weiter. Ich bin mit meinem Therapeuten sehr zufrieden, aber ich denke, dass es einen Zeitpunkt geben wird, an dem ich nicht mehr ganz so häufig in die Therapiesitzungen gehen werde.

Ein Freund von mir war über zwei Jahre lang in Therapie, ein anderer nur zwei Monate. Zweimal die Woche, um eine traumatische Erfahrung zu verarbeiten. Die Länge der Therapie und die Häufigkeit der Sitzungen ist etwas, das man gemeinsam mit seinem Therapeuten ausarbeitet und dabei jederzeit die Möglichkeit hat, aufzuhören.

  1. Wir können nicht loslassen. 

Therapie ist kein Begriff dafür, die Vergangenheit nicht ruhen lassen zu können. Oft ist es notwendig, Dinge aus der Vergangenheit noch einmal hervorzuholen, um Schwierigkeiten im Hier und Jetzt zu bewältigen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass wir in unserer Vergangenheit verankert sind. Es bedeutet lediglich, dass wir der Vergangenheit dann und wann einen Besuch abstatten müssen, um bestimmte aktuelle Verbindungen und tieferliegende Probleme vollends zu verstehen.

  1. Du solltest Mitleid mit uns haben… oder Angst, oder ein anderes Gefühl hegen, dass Du nicht verspürt hättest, hättest Du nicht von der Therapie erfahren.

Das befeuert das Stigma, das der Therapie anhaftet, nur weiter. Behandle uns nicht anders, sieh uns nicht mit anderen Augen und rede nicht anders mit uns, nur weil wir zugegeben haben, eine Therapie zu machen.

Mit einem Therapeuten zu sprechen ist nichts, was einem unangenehm sein müsste. Sich von Fachleuten helfen zu lassen und sich Rat zu holen ist absolut in Ordnung.

Wenn Du aber etwas fühlen möchtest, dann sei stolz auf uns. Spende uns Applaus dafür, dass wir uns dazu entschlossen haben, an uns selbst und unserem geistigen Wohlbefinden zu arbeiten.

  1. Wir nehmen Medikamente. 

In unserer Gesellschaft hat sich die Vorstellung verfestigt, dass Menschen, die eine Therapie machen, meist auch Medikamente nehmen. Aber das stimmt nicht.

Nicht jeder, der sich Hilfe bei einem Therapeuten sucht, nimmt auch Medikamente. Ja, es gibt bestimmte Krankheiten, die dieses erforderlich machen, aber die Therapie hilft uns dabei, Probleme anzugehen und zu lösen und so ein glücklicheres, gesundes Leben zu führen.

  1. Unser Therapeut sagt uns, was wir denken und tun sollen.

Antworte auf etwas, das wir erzählen, nie mit einem höhnischen „Oh, hat dir das dein Therapeut gesagt?“. Eine Therapie zu machen bedeutet nicht, dass wir die Kontrolle über unsere eigenen Gedankenprozesse und Gefühle abgegeben haben.

Wir sind immer noch Menschen, die sich schlussendlich doch auf die eigenen Instinkte und das eigene Wissen verlassen, wenn wir Entscheidungen treffen.

Ein Therapeut hilft uns dabei, unsere Stärken zu entdecken, uns durch Schwierigkeiten zu helfen und uns dabei zur Seite stehen, ein gesünderes, glücklicheres Leben zu führen – ohne uns dabei zu sagen, was wir zu tun und zu lassen haben.

  1. Unser Therapeut kann auch dir oder deiner Freundin helfen.

Auch wenn ich jeden, der sich Hilfe bei einem Therapeuten holen möchte, nur dazu beglückwünschen kann, so muss ich doch sagen, dass Therapeuten nicht in Einheitsgrößen geliefert werden. Es ist wichtig, Datenbanken zu konsultieren und sich genau zu überlegen, was man erreichen möchte.

Ich gebe zu, das ist nicht einfach. Einen Therapeuten zu finden ist sehr ermüdend und kann auf jemanden, der zögerlich an die Sache herangeht, einschüchternd wirken. Die meisten Therapeuten geben aber eine kurze Beratung und stehen einem anfänglichen E-Mail-Austausch offen gegenüber. So kannst Du herausfinden, ob der Therapeut zu dir passt.

Ich hoffe, dass ich mit dieser Liste von geläufigen Missverständnissen dazu beitragen kann, dass unsere Gesellschaft sich Hilfe sucht, wenn sie Hilfe braucht und möchte, und dass dieser Prozess frei von Vorurteilen ist. Und dass ich genauso locker darüber sprechen kann, den Termin bei meinem Therapeuten wahrzunehmen, wie den Termin bei meinem Arzt nächste Woche.

Dieser Artikel ist ursprünglich in der Huffington Post USA erschienen und wurde von Cornelia Lüttmann aus dem Englischen übersetzt. 

Quelle: https://www.huffingtonpost.de/sahaj-kohli/14-weit-verbreitete-irrtumer-uber-die-psychotherapie_b_7474682.html

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