2 Samenkörner

Es steckten einmal zwei Samenkörner nebeneinander im Boden. Das erste Samenkorn sagte: “Ich will wachsen! Ich will meine Wurzeln tief in die Erde senden und ich will als kleines Pflänzchen die Erdkruste durchbrechen, um dann kräftig zu wachsen. Ich will meine Blätter entfalten und mit ihnen die Ankunft des Frühlings feiern. Ich will die Sonne spüren, mich von Wind hin- und herwehen lassen und den Morgentau auf mir spüren. Ich will wachsen!”

Und so entwickelte sich das Samenkorn zu einer kräftigen Pflanze.

Das zweite Samenkorn sagte: “Ich fürchte mich. Wenn ich meine Wurzeln in den Boden senke, weiß ich nicht, was mich dort in der Tiefe erwartet. Ich befürchte, dass mir da etwas wehtut. Es könnte auch sein, dass ich Schaden nehme, wenn ich versuche, die Erdkruste zu durchbrechen. Und ich weiß nicht, was dort oben über der Erde auf mich lauert. Es kann so viel geschehen, wenn ich wachse. Nein, ich bleibe lieber erst einmal hier und warte, bis es sicherer ist.”

Und so verblieb der Samen in der Erde und wartete.

Eines Morgens kam eine Henne vorbei. Sie scharrte mit ihren scharfen Krallen nach etwas Essbaren im Boden. Nach einer Weile fand sie den wartenden Samen im Boden und fraß ihn auf.

Aus: Jack Canfield und Mark Victor Hansen / „Hühnersuppe für die Seele“

Ichmüsstenochschnell

Wer kennt sie nicht, die unzähligen alltäglichen „Ich müsste noch schnells“. Gesellt sich ein an uns gerichtetes „Könntest du kurz“ dazu, geraten wir schnell mal aus der Balance. Familie, Arbeit, Haushalt,… alles unter einen Hut zu bekommen, ist oftmals eine echte Herausforderung. Hinzu kommen noch weitere Verpflichtungen – sowohl freiwillige als auch unfreiwillige. Forderungen von außen und innere Forderungen halten uns auf Trab.

Wenn unser Alltag durchgetaktet ist, ein Termin den nächsten jagt und wir keine Freiräume mehr haben, verlieren wir unser Gleichgewicht. Alles wird irgendwie zu viel und doch fehlt etwas in unserem Leben.

Was, das können wir herausfinden, wenn wir uns etwas Zeit nehmen.

Zeit zum Innehalten.

Zeit, Körper & Seele zu stärken.

Zeit, unsere Lebendigkeit wieder zu spüren.

Zeit, einfach mal zu sein und uns selbst wiederzufinden.

In der Natur können wir regenerieren und uns auf das besinnen, was wirklich zählt im Leben. So manches „Ich müsste noch schnell“ verschwindet plötzlich wie von selbst.