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Sisyphos

Sisyphos ist dazu verurteilt, einen Felsblock den Berg hinaufzuwälzen. Aber immer, wenn er ihn fast oben hat, überwältigt ihn der schwere Stein, rollt an den Fuß des Berges zurück und er muss von neuem beginnen.

Im Leben geht es uns immer wieder wie Sisyphos. Unsere „Felsblöcke“ sind z.B. die Suche der geeigneten Ausbildung, des passenden Studiums, des erfüllenden Berufes, des richtigen  Partners oder der eigenen Identität. 

Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen, forderte Albert Camus (1913-1960): „Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen.“

Sisyphos schaffte es immer sehr weit – bis fast an die Spitze. 

Seinen Abstieg können wir als Phase des Übergangs und der Neuorientierung betrachten. In jedem von uns steckt ein Teil, der etwas aus seinem Leben machen will, der Veränderung und Weiterentwicklung sucht. Auch wenn es manchmal mühsam ist, wir uns ärgern und ein echter Erfolg ausbleibt, so scheint unsere Tätigkeit nicht nutzlos. Tief im Inneren wissen wir, dass unsere Bemühung sinnvoll ist – dass sich die Anstrengung lohnt, auch wenn wir den Gipfel nicht erreichen.